Mit Verlaub: Es gibt
Ministerin holt Vilsaue nach

Ich werde Sie wissen lassen, sobald sich einmal Gelegenheit zu einem Aufenthalt in Ihrer schönen Heimatregion ergibt.
Lokales
Vilseck
18.06.2015
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Tagesordnungen, die ein leises Gähnen auslösen. Nicht so in Vilseck. Es ging um Geld für Kinder, die Absage einer Ministerin, die Unterbringung von Flüchtlingen und den Breitbandausbau. Lauter brisante Themen.

(e) Noch in seiner Mai-Sitzung hatte der Stadtrat die Übernahme des kommunalen Anteils für den neuen "Qualitätsbonus plus" in Kindertagesstätten länger diskutiert. Bekanntlich wollte das Sozial- und Familienministerium für Qualitätsverbesserungen diese Zuzahlungen einführen. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung der Kommune.

Wieder abgeschafft

Die Höhe des Bonus' bezifferte Bürgermeister Hans-Martin Schertl für 2015 vorläufig mit 53,69 Euro pro Kind. Für Vilseck waren zusätzliche Ausgaben von 20 037,11 Euro zu erwarten. Für den Stadtrat war das in Ordnung. In der aktuellen Sitzung musste Schertl zurückrudern, weil der Qualitätsbonus vom bayerischen Ministerrat wieder abgeschafft worden sei. Das Kabinett, so heißt es in der offiziellen Verlautbarung, sei damit einer Forderung des bayerischen Gemeindetages gefolgt, der schon im Vorfeld auf einen unverhältnismäßig hohen Bürokratieaufwand aufmerksam gemacht habe. Stattdessen werde der Basiswert, der als Grundlage für die Berechnung der Kind- und Buchungszeit-bezogenen Förderung dient, um je etwa 53 Euro erhöht.

Aus Termingründen

Schertl las auch ein Schreiben von Umweltministerin Ulrike Scharf vor, die bekanntlich vom Vilsecker Rathauschef persönlich zur feierlichen Einweihung der Vilsaue eingeladen worden war. Es sei auch ein Eintrag ins Goldene Buch vorgesehen gewesen. Die Ministerin hatte aber aus terminlichen Gründen absagen müssen und teilte nun mit: "Ich werde Sie wissen lassen, sobald sich einmal Gelegenheit zu einem Aufenthalt in Ihrer schönen Heimatregion ergibt."

Die Vilsaue waren auch danach Thema. Es ging um die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED vom Sportplatz des FV bis hin zum Altmühlweg. An fünf Lampen werden neue Köpfe angebracht, zusätzlich werden zwei Straßenlaternen neu aufgestellt Dem Auftrag für 4667,75 Euro vergab der Stadtrat einstimmig an die Firma Bayernwerk in Weiden.

Auch dieser Tagesordnungspunkt war schnell erledigt: Die Stadt übernimmt nach der Zusammenlegung der Schulgebäude Vilseck und Schlicht auf freiwilliger Basis für die Grund- und Mittelschüler außerhalb des Stadtgebietes die Busfahrkarten. Grundschüler hätten einen Anspruch auf Kostenübernahme bei mehr als zwei Kilometern Entfernung, Mittelschüler ab drei Kilometern. Die Stadt macht keinen Unterschied, sie gewährt allen die nötigen Tickets.

Aus Osteuropa

Danach ging es um die Unterbringung von Flüchtlingen. Schertl sagte, dass die Gemeinschaftsunterkunft in der Mozartstraße mittlerweile mit sechs Familien und 14 Kindern sowie zwei alleinstehenden Männern belegt sei. Die Familien stammten aus Albanien, dem Kosovo, Bosnien und Mazedonien. Die Kinder besuchten mittlerweile eine sogenannte Übergangsklasse in der Vilsecker Schule, um die deutsche Sprache zu lernen.
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