Musikalische Lesung zum Thema Demenz auf Burg Dagestein - Heitere und besinnliche Geschichten
Was macht Opa mit der Gummi-Ente?

Zwischen den Lesungen spielten Andreas Feyrer und Lisa-Marie Holzschuh Lieder. Bild: hfz
Lokales
Vilseck
24.10.2015
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Was macht Opa mit der Gummiente? Und wieso liegen Socken im Backofen? Antworten auf diese Fragen und heitere sowie besinnliche Geschichten rund um das Thema Demenz bekamen zahlreiche Interessierte bei der musikalischen Lesung auf Burg Dagestein geboten. Die AOVE lud in den Zehentkasten, um den Abschluss des Projektes "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz" feierlich zu begehen.

Der Abend begann mit einer musikalischen Einstimmung durch Andreas Feyrer am Klavier und Lisa-Marie Holzschuh an der Querflöte. AOVE-Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer ging auf das vom Bundesfamilienministerium geförderte Projekt ein, um das sich die AOVE vor gut zwei Jahren erfolgreich bemüht hatte, und verwies auf das Demenznetzwerk, den Ratgeber und die Installierung einer Angehörigengruppe. Martin Strobl, Einrichtungsleiter des Phönix-Seniorenzentrums in Schnaittenbach, die Pflegedirektorin des Klinikums St. Marien in Amberg Kerstin Wittmann sowie Michael Falkenstein, Pflegeberater der AOK, und Julia Wolfsteiner, Projektmanagerin des Programms "Bildung integriert" an der VHS, trugen heitere, aber auch nachdenklich stimmende Geschichten aus dem Buch "Mein Vater und die Gummi-Ente. Demenz - Angehörige erzählen" sowie weitere Geschichten zum Thema vor. Die vier Kooperationspartner der Lokalen Allianz kommentierten die Texte mit eigenen Anekdoten und Gedanken.

Zwischen den Geschichten ließen Feyrer und Holzschuh die Stimmung der gelesenen Worte nachklingen. Ihre mal getragenen, mal beschwingten Musikstücke schufen eine besondere Atmosphäre. Neben unterhaltsamen Schilderungen, in denen die beginnende Vergesslichkeit eher komisch wirkte, fanden sich Passagen, die die Angst und Scham der Betroffenen, aber auch die Hilflosigkeit der Angehörigen thematisierten. Besonders berührend war die Geschichte "Lieber Rolf", die von einem Besuch des Briefschreibers bei Rolfs dementem Vater erzählt. Die Beschreibung der einst stolzen Persönlichkeit, die nun wie ein Häufchen Elend zusammengesackt im Rollstuhl mehr hängt als sitzt, ließ erahnen, was Demenz im Spätstadium bedeuten kann.

Die Organisatoren spielten am Ende das Musikvideo "Fragezeichen" des deutschen Sängers Rüdiger "Purple" Schulz vor. Bürgermeister Hans-Martin Schertl, sprach allen Helfern, aber auch allen, die sich aktiv mit dem Thema auseinander setzen, seinen Dank aus und verwies darauf, dass die AOVE mit der Unterstützung der Angehörigen einen wichtigen Beitrag leistet.
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