Nach der Renovierung: Kirchenpfleger Thomas Pröls (33) atmet auf
Bewährungsprobe bestanden

Der Vilsecker Kirchenpfleger Thomas Pröls (rechts) und sein Vorgänger, Architekt Johann Ernst. Bild: Hartl
Lokales
Vilseck
19.04.2015
30
0

Ob er der jüngste Kirchenpfleger Bayerns ist, ist nicht ganz sicher. Allerdings steht fest, dass er seine Bewährungsprobe als solcher bestanden hat: Thomas Pröls (33) ist stolz auf den Abschluss der Kirchenrenovierung in Vilseck - "eine Mammutaufgabe", wie er resümiert. Nur einen Tag vor dem verheerenden Kirchenbrand im Januar 2013 hatte er sein Amt angetreten. "Wenn ich gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich mich wahrscheinlich anders entschieden", sagt er heute.

Ein Glücksfall war es, dass sein Vorgänger mit den baulichen Gegebenheiten des Gotteshauses bestens vertraut war. Architekt Johann Ernst (57) hatte das Amt des Kirchenpflegers von 1994 bis Ende 2012 inne. Durch den Brand, die anstehende Schadenserhebung und Renovierung der Kirche war der Fachmann natürlich erneut gefordert. Unter Hochdruck arbeiteten Pfarrer Dietmar Schindler, Kirchenpfleger Pröls und Architekt Ernst zusammen, damit St. Ägidius wieder in altem Glanz erstrahlen konnte.

Das Ergebnis der Anstrengungen scheint gelungen. "Ich könnte mir keine schönere Kirche für Vilseck vorstellen", sagt Pfarrer Schindler. Und auch seine beiden Mitstreiter sind vollauf zufrieden. Im Zuge der Restaurierung wurden gestalterische Unstimmigkeiten der Vergangenheit korrigiert. So hängt der Kreuzweg wieder an den Wänden des barocken Altarraums. Die wertvollen Dürertafeln, die dort angebracht waren, bekamen einen würdigen Platz in einer Seitenkapelle. Genauso wie die Figuren der 14 Nothelfer. "Jetzt ist das Gesamtbild wieder stimmig", freut sich Ernst.

Wesentlich trägt zu diesem Eindruck auch die Fenstergestaltung um den Hochaltar bei. Die zwei ehemals geöffneten Fenster blieben verschlossen, um Gotik- und Barockstil nicht zu vermischen. Das Gotteshaus präsentiere sich nun in seiner ursprünglichen barocken Ausstattung, erklärt Ernst. Auch wenn die Kanzel noch nicht rekonstruiert ist, müsse den beteiligten Fachleuten für ihre schnelle, professionelle Arbeit gedankt werden, betont Pröls.

Die Kirchenverwaltung habe anfangs mit Kosten von rund 1,8 Millionen Euro gerechnet. Diese pendelten sich nun auf etwa 1,5 Millionen Euro ein, wobei die Pfarrei Vilseck selbst nur einen Anteil von 320 000 Euro bezahlen müsse.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.