Nur noch Schrottwert hatten die meisten Feuerwehrautos, die in Vilseck zerlegt wurden. Zwar mit großer Vorsicht, aber doch meist in Höchstgeschwindigkeit ging es durch Stadt und Land, bis wieder ein Hindernis auftauchte, das die Fahrt brutal stoppte.
Reihenweise Schrott produziert

Der Sondersignalfahrt-Trainer machte eine Woche lang Station im Feuerwehrhaus Vilseck (von links): Kreisbrandmeister Martin Schmidt aus Freihung, ein Ausbilder und Prüfer für den Feuerwehrführerschein, Kommandant Lothar Hasenstab von der Feuerwehr Vilseck, am Simulator 2. Kommandant Markus Härtl von der Feuerwehr Schönlind, Lehrgangsleiter Rainer Greif, Kreisbrandmeister Christof Strobl, Kreisbrandrat Fredi Weiß und Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Bild: rha
Lokales
Vilseck
29.11.2014
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(rha) Zum Glück handelte es sich bei den Unfällen nur um virtuelle Crashs, denn die Einsatzfahrten waren Teil eines Fahrsimulationstrainings. Sehr aufschlussreich war diese Schulung im Gerätehaus Vilseck für die 48 Fahrzeugmaschinisten aus dem nördlichen Landkreis.

Markus Härtl, dem 2. Kommandanten der Feuerwehr Schönlind, war es zu verdanken, dass der Kleinlaster mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer (SFT) erstmals im Landkreis Station machte. Gemeinsam mit Kreisbrandmeister Christof Strobl und Kommandant Lothar Hasenstab koordinierte Härtl auch die Kurse und betreute die Teilnehmer.

Unfallrisiko senken

Die Versicherungskammer Bayern hat zusammen mit dem bayerischen Innenministerium und dem Landesfeuerwehrverband ein starkes Interesse, das Unfallrisiko bei Einsatzfahrten mit Feuerwehrwagen zu verringern. Daher gibt es seit 2013 ein Verhaltenstraining für Fahrzeugmaschinisten. Da Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn immer gefährlicher werden und das Unfallrisiko kontinuierlich ansteigt, entwickelte die Firma IFE Systems in Leipzig eigens einen Sondersignal-Fahrt-Trainer für Schulungszwecke. Dieser Simulator vermittelt durch Bild, Ton und Bewegung sehr realitätsnah den Eindruck einer handlungsnahen Einsatzfahrt im Straßenverkehr. Hier können Feuerwehrleute unter dem Stress eines nahezu echten Einsatzes die Beherrschung gefährlicher Verkehrssituationen trainieren. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, das eigene Verhalten künftig situationsgerecht auszurichten. Der SFT stellt somit eine kostengünstige und gefährdungsfreie Alternative zu einer tatsächlichen Übungsfahrt im Einsatzfahrzeug dar.

Drei Fahreinheiten

Rainer Greif von der Firma IFE Systems, zugleich Hauptbrandmeister und Rettungssanitäter im Landkreis Forchheim, leitete eine Woche lang die acht Trainingsdurchgänge in Vilseck. In jeweils vier Stunden vermittelte er zunächst theoretisches Wissen und sprach über juristische Grundlagen bei der Anwendung von Sonder- und Wegerechten. In persönlicher Schutzausrüstung hatte danach jeder Teilnehmer drei Fahreinheiten im SFT zu absolvieren: eine vierminütige Eingewöhnungsfahrt, eine leichte Fahrt mit ebenfalls vier Minuten und eine schwierige Fahrt, die sechs Minuten dauerte. Anhand einer Echtzeit-Aufzeichnung wurde die Übung anschließend in der Gruppe ausgewertet und diskutiert.

Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl informierte sich vor Ort über den Fahrsimulator. "Eine gute Sache", meinte er.
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