Öffentlichkeit erwünscht

Lokales
Vilseck
27.09.2014
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Gedenkstätten hinter meist verschlossenen Toren, das geht an deren Zielsetzungen eher vorbei. Drei Erinnerungsmale sollen deshalb aus dem Übungsplatz Grafenwöhr herausgeholt werden.

Im Scheibenhof der Kommandantur im Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind drei Gedenksteine aufgestellt. Sie erinnern an die Soldaten und zivile Mitarbeiter, die während des Ersten sowie Zweiten Weltkrieges und bei einem Schießunfall 1961 starben. Ihr Standort ist abgelegen und öffentlich nicht zugänglich. So beschreibt der Bundeswehr-Angehörige Hans Joachim Ehrlein in einem Brief an das Rathaus die Situation, die er ändern möchte. Die Gedenksteine und der Platz, auf dem sie stehen, möchte er deshalb verlagern, um das Andenken an diese Opfer mehr ins Bewusstsein zu rücken. Er wünscht sich einen möglichst prominenten neuen Standort.

Um Zuschuss gebeten

Laut Bürgermeister Hans-Martin Scherl verfolgt Ehrlein dieses Vorhaben schon lange. Nun hätten die zuständigen Stellen der US-Armee einem neuen Standort am Grafenwöhrer Wasserturm zugestimmt. Dieser Platz komme den Vorstellungen Ehrleins nahezu perfekt entgegen, weil er stark frequentiert sei. Doch die nötigen Fundamente, Wege und eine beabsichtigte Bronzetafel würden Geld kosten.

Deshalb trete der Betreiber dieser Gedenkstätten-Verlagerung mit der Bitte um eine Spende an den Stadtrat heran, berichtete Schertl weiter vor dem Plenum. 1000 Euro habe Grafenwöhr schon zugesichert. Mit 500 Euro ist nach dieser Sitzung nun auch Vilseck mit dabei. Kein finanzielles Engagement, so der Bürgermeister, käme im Zusammenhang mit einem vom Musikverein angestoßenen Projekt auf die Stadt zu: die Gründung einer sogenannten Bläserklasse als Kooperation des Vereins und der Grund- und Mittelschule. Das Konzept sieht vor, Musikunterricht über einen Zeitraum von zwei Jahren im Klassenverbund zu betreiben und daraus ein Orchester bilden. So beschrieb es Musikvereins-Vorsitzender Robert Prechtl gegenüber dem Rathaus. Die jetzt eingeleitete Pilotphase würde bei den 3. und 4. Klassen ansetzen.

Keine Konkurrenz

Der Stadtrat nahm dieses Novum wohlwollend zur Kenntnis. Markus Graf und Karl Trummer gaben jedoch zu bedenken, dass daraus unter der Werkvolkkapelle Schlicht und dem Musikverein Vilseck keine Konkurrenz entstehen dürfe. Roland Renner entgegnete, die neue Bläserklasse sei an keinerlei Vereinsmitgliedschaft gebunden.
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