Platz für weitere 55 Flüchtlinge

Der momentane Stand bei der Anzahl der Flüchtlinge im Landkreis Amberg-Sulzbach. In der Karte links oben sind die absoluten Zahlen jeder einzelnen Gemeinde zu finden. In der Tabelle auf der rechten Seite wird die Anzahl der aufzunehmenden Asylbewerber in Relation zu den tatsächlich untergebrachten Flüchtlingen in den einzelnen Kommunen gesetzt. Grafik: NT/AZ
Lokales
Vilseck
02.09.2015
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Die Regierung der Oberpfalz wird in der Mozartstraße in Vilseck einen weiteren Wohnblock anmieten, um dort circa 55 Flüchtlinge unterzubringen. Dies erfuhr die Stadt per E-Mail.

Die Anmietung soll zum 1. November erfolgen und über sechs Jahre laufen. Künftig werden in zwei Wohnblocks in der Mozartstraße rund 100 Flüchtlinge wohnen. Darüber hat Bürgermeister Hans-Martin Schertl seine beiden Stellvertreter sowie die drei Vorsitzenden der Stadtrats-Fraktionen informiert.

Bereits im Mai habe die Regierung der Oberpfalz in der Mozartstraße einen Block mit acht Wohnungen von der Regierung angemietet. Dieser sei derzeit mit 45 Flüchtlingen belegt, wobei eine Wohnung als Büro für den Verwalter genutzt wird. Begründet wird die weitere Anmietung von der Regierung mit der rapide steigenden Zahl der Asylbewerber. "Ein Ausschlagen derartiger Angebote wäre in der Öffentlichkeit nicht vertretbar", so die Stellungnahme der Regierung zu ihrem Vorgehen. Bei der Anmietung des ersten Wohnblocks war der Stadt von der Regierung der Oberpfalz noch versichert worden, im Bereich der amerikanischen Housing-Area Mozartstraße keine weiteren Wohnblöcke anzumieten.

"Sehr spezielle Situation"

Jetzt hat sogar Regierungspräsident Axel Bartelt im Gespräch mit Bürgermeister Hans-Martin Schertl die Anmietung des dritten vorhandenen Wohnblocks in der Mozartstraße nicht ausgeschlossen, auch wenn dann mit über 150 Plätzen für Flüchtlinge in diesem Wohngebiet eine sehr spezielle Sondersituation entstehen würde. Im gemeinsamen Gespräch der Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden waren sich alle einig, dass in der Mozartstraße keine Anmietung eines dritten Wohnblocks erfolgen dürfe. Auch wenn die humanitäre Seite bei der Unterbringung der Flüchtlinge spezielle Maßnahmen erfordere, sei es nur schwer zu verstehen, wenn hier eine größere Gemeinschaftsunterkunft mit dann über 150 Plätzen entstehen würde.

Die Anwesenden verwiesen darauf, dass der Stadtrat nach wie vor eine dezentrale Unterbringung im gesamten Stadtgebiet favorisiere, diese aber von der Regierung abgelehnt werde. Mit der dezentralen Unterbringung seien bisher durchwegs nur gute Erfahrungen gemacht bezüglich Integration und Einbindung bei den Bürgern. Laut Bürgermeister Hans-Martin Schertl leben bereits 99 Flüchtlinge im Bereich der Stadt, die meisten in den beiden Gemeinschaftunterkünften in Vilseck und Schlicht.

Möglichst gleichmäßig

Nachdem derzeit in vier Kommunen im Landkreis noch keine Flüchtlinge leben und in einigen Gemeinden nur sehr wenige untergebracht sind, appellierte die Runde an die Solidarität aller Landkreis-Gemeinden, ihren Teil an der Bewältigung des Flüchtlings-Ansturmes beizutragen. Von Landrat Richard Reisinger und der Landkreis-Verwaltung könne man erwarten, dass sie für eine möglichst ausgewogene Verteilung der Flüchtlinge innerhalb des Landkreises sorgen und ihren Blickwinkel nicht nur auf die dezentrale Unterbringung legen. Wünschenswert wäre, dass sich vor allem Reisinger bei der Regierung der Oberpfalz für eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Gemeinschaftsunterkünfte unter den Landkreisgemeinden stark mache.

Nicht nur einige wenige

Nur so könne gewährleistet werden, dass die Hauptlast der Unterbringung nicht nur auf wenige Kommunen verteilt werde, sondern alle Gemeinden ihrer Verantwortung gerecht würden.
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