Sorghoferin hält Kontakt mit tschechischer Familie
Gelebte Freundschaft

Lokales
Vilseck
03.06.2015
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(zip) Seit Kindertagen hält Hermine Ringelstetter aus Sorghof Kontakt mit der tschechischen Familie Cizek aus Kamenné Zehrovice (40 Kilometer von Prag entfernt). Mit zwölf Jahren kam Ringelstetter, von 1937 an bis zum Kriegsende immer in den Ferien in die Familie zu einem Schüleraustausch, um dort Tschechisch zu lernen.

Gleichzeitig fuhr die Tochter der Familie in ihr Haus nach Aussig, um Deutsch zu lernen. So entwickelte sich eine enge Freundschaft. Besonders in der Nachkriegszeit und bei ihrer Vertreibung im Jahr 1946 wurden sie immer wieder von ihnen unterstützt. Als sicher war, dass sie in den Westen gekommen sind, ließ der tschechische Vater sie sofort über das Rote Kreuz suchen. Seither riss der Kontakt nicht mehr ab und sie haben sich immer wieder gegenseitig besucht.

Inzwischen sind es schon die Tochter und ihr Ehemann, die regelmäßig nach Sorghof kommen. Erinnerungen an frühere Zeiten werden ausgetauscht, mal schöne und auch schlimme aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. Als Rot-Kreuz-Helferin hat Hermine Ringelstetter viel Tragisches erlebt. Dinge, die sie zum Teil bis heute nicht vergessen kann. Aber auch Hilfsbereitschaft und Freundschaft konnte die heute fast 90-jährige bei der tschechischen Bevölkerung erfahren. "Die Besucher bringen mir immer ein Stück alte Heimat mit", meinte die rüstige Rentnerin.
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