Viele offene Fragen um Brunnen

Lokales
Vilseck
29.10.2015
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Den Brunnen komplett sanieren oder nur ausbessern? Vor dieser Entscheidung standen die Mitglieder in der jüngsten Sitzung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Sigl-Sigras-Gruppe. Infos dazu gab Anja Mallanik vom Ingenieurbüro Piewak & Partner aus Bayreuth. Sie präsentierte das bisherige Konzept zur Sanierung oder zum Neubau des Brunnens.

Das Ingenieurbüro Piewack & Partner habe sich insbesondere auf Hydrologie und Umweltschutz spezialisiert, informierte Mallanik. Vorrangig werden Brunnenbau und -sanierung, Baugrunduntersuchungen sowie Wasserschutzgebietsausweisungen bearbeitet.

Zur geplanten Sanierung des Brunnens II führte sie aus, dass die wasserrechtliche Erlaubnis für den Tiefbrunnen bis zum 31. Dezember erteilt ist. Somit müsse eine vorübergehende Verlängerung dieser Erlaubnis beantragt werden. Um diese zu erhalten, verlange das Wasserwirtschaftsamt Weiden die Erarbeitung eines Wasserschutzgebietes, einen Entnahmetest (Pumpversuch) am Tiefbrunnen I a und die Sanierung des Tiefbrunnens II. Der Pumpversuch wurde bereits im September durch Wasserwart Hans Krauß erledigt. Dafür entstanden keine Kosten.

Bei einer Nachinterpretation der Bohrlochmessungen aus dem Jahr 2012 durch einen geophysikalischen Fachberater wurde der Schaden an der Verrohrung und Abdichtung im Brunnen II in der Tiefe von etwa 30 bis 56 Meter bestätigt. "Es treten dort Fremdwässer höherer Leitfähigkeit zu. Es wird vermutet, dass die starken Verockerungen darauf zurückzuführen sind", informierte Mallanik. Angesichts dieser Tatsache sei es notwendig, die Sperr-Rohre direkt zu überprüfen.

Zwei Varianten

Mallanik stellt zwei Sanierungsvarianten und die Arbeitsschritte vor. Eine Möglichkeit wäre der Einbau einer Dichtmanschette und einer Einschubverrohrung mit Trichter. Die zweite Möglichkeit wäre die Totalsanierung durch den Ausbau des Filters, Überbohren der Stahlverrohrung und Neuausbau des Brunnens mit Sperr-Rohr, Voll- und Filterrohren. Die weitere zeitliche Abfolge der Sanierung würde laut Mallanik folgendermaßen aussehen: Nach dem Pumpversuch komme die Untersuchung. Die Ausschreibung erfolge im Winter 2015, die Durchführung im Frühjahr 2016. Bei einer Komplettsanierung erfolge die Ausschreibung erst 2016, die Durchführung 2016 oder 2017.

Mit folgenden Kosten sei zu rechnen: Die Bohrkosten betragen im ersten Schritt etwa 30 000 Euro, im zweiten zwischen 100 000 und 300 000 Euro. Da könne man sich noch nicht festlegen. Die Kosten für Betreuung Schritt 1 liegen bei etwa 2 500 Euro, für das Wasserrecht rund 5 000 Euro. Die Betreuung im zweiten Schritt soll nach Stunden abgerechnet werden.

Die Verbandsräte vergaben anschließend den Auftrag zur Abwicklung der Angelegenheit an das Ingenieurbüro Piewack und Partner. Derzeit könne aber nur die Beauftragung für den ersten Schritt erfolgen. Die Abrechnung solle nach Stundensätzen erfolgen. Im letzten Tagesordnungspunkt gab Geschäftsführer Helmuth Wolf bekannt, dass das Landratsamt Amberg-Sulzbach den Haushalt des Zweckverbandes für das Jahr 2015 ohne Beanstandungen genehmigt hat.

Vorteil für Königstein

Zweckverbandsvorsitzender Andreas Lindner ging auf die Angelegenheit "Notversorgung" ein und bedauerte den Stillstand. Auf Anfrage beim Ingenieurbüro Seuß habe er eine Kostenschätzung erhalten, mit der er jedoch nicht einverstanden sei. Danach werde für die Wasserleitung von Kürmreuth nach Birkhof mit Kosten von 399 000 Euro, von Alternsthof/Wegscheid nach Schmalnohe von 220 000 Euro und von Vögelas nach Namsreuth mit 350 000 Euro gerechnet. Diese Nettokosten hätte allein Sigl-Sigras aufzubringen, was nicht hinnehmbar sei, weil auch Königstein einen Vorteil habe. Ein Grund für die Verzögerung sei seiner Ansicht nach die Bezuschussung durch den Freistaat, die andere Wasserversorger erhalten hätten. Das Ingenieurbüro werde dem nachgehen.
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