Vilsecker mussten 830 Tage auf ihre Kirche verzichten - Hochaltar des barocken Chorraums kommt ...
Rückkehr in das renovierte Gotteshaus

Lokales
Vilseck
09.05.2015
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Nun ist sie Vergangenheit, die Zeit, in der die Pfarrei Vilseck große Opfer bringen musste. Ende April wurde die Rückkehr in das renovierte Gotteshaus gefeiert. Generalvikar Michael Fuchs aus Regensburg zelebrierte mit Pfarrer Dietmar Schindler und fünf weiteren Priestern den Jubelgottesdienst in St. Ägidius.

Als am 9. Januar 2013 am hölzernen Aufgang zur Kanzel Feuer ausbrach und dadurch das Kircheninnere total verrußte, war man in der Pfarrei zunächst ratlos.

Thomas Pröls, der am Tag vorher das Amt des Kirchenpflegers übernommen hatte, legte zusammen mit Pfarrer Dietmar Schindler und dem Kirchenrat seine ganze Kraft in die Aufgabe, die Kirche zu renovieren.

Viel Fachwissen

Zum Glück hatte er in seinem Vorgänger Johann Ernst einen Fachmann zur Seite, der mit den baulichen Gegebenheiten des Gotteshauses bestens vertraut war. Durch den Brand, die anstehende Schadenserhebung und Renovierung war Johann Ernst vom Architektenbüro "em." Amberg erneut gefordert.

Nun kann man nach 830 Tagen bilanzieren, dass sich die Anstrengungen gelohnt haben und das Ergebnis sich sehen lassen kann. "Das Gotteshaus präsentiert sich nun in seiner ursprünglichen barocken Ausstattung," erklärte Architekt Ernst. Die Kosten der Renovierung haben sich bei etwa 1,5 Millionen Euro eingependelt, wobei die Pfarrei selbst einen Anteil von 320 000 Euro zu schultern hat. Mittlerweile sind mehr als 120 000 Euro an Spenden eingegangen. Dafür sind Pfarrer Schindler und seine Kirchenräte sehr dankbar.

Würdige Präsentation

Der Hochaltar, das Glanzstück des barocken Chorraums, kommt nun voll zur Geltung. Die Kreuzwegstationen hängen wieder an den selben Stellen, an denen sie vor der 1938 erfolgten Renovierung angebracht waren. Die wertvollen Dürer-Tafeln mit Darstellungen aus dem Leben Jesu erhielten einen würdigen Platz in einer Seitenkapelle - ebenso wie die 14 Nothelfer.

Die beiden Tafeln mit den Namen der Gefallenen befinden sich an der Westseite, rechts und links neben dem Eingang, wo nun auch die Beichtstühle postiert sind.

Aus der Orgel, die von den Rußpartikeln bis in die kleinsten Ritzen durchdrungen war, kann Organist Franz Winklmann nun wieder die herrlichsten Klänge hervorzaubern.

Auf die Kanzel allerdings muss die Pfarrgemeinde noch einige Monate warten. Sie wird gerade anhand historischer Fotos mittels eines aufwendigen Verfahrens neu rekonstruiert. Lediglich 10 bis 15 Prozent der Originalteile können dazu wieder verwertet werden. Die Kanzel alleine wird rund 250 000 Euro kosten.
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