1800 Kilometer mit dem Panzer nach Hause in die Oberpfalz - Weitere Manöver in Rumänien und ...
Vilsecker Kavallerie kehrt zurück

So wie im polnischen Bialystok wurden die Soldaten der 3. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments während ihrer 1800-Kilometer-Fahrt aus dem Baltikum nach Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) immer wieder um Erinnerungsfotos gebeten. Bild: US-Armee/Brandon Hubbard
Politik
Vilseck
28.03.2015
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Wenn die Soldaten der 3. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments am Mittwoch in Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) eintreffen liegen mehr als 1800 Kilometer Fahrt quer durch Osteuropa hinter ihnen. Sowohl in Lettland, Estland, Litauen und Polen wurden die in der Oberpfalz stationierten Amerikaner auf ihrem "Road March" (Straßenmarsch), wie die US-Armee den Konvoi nennt, von der Bevölkerung begeistert aufgenommen.

In Tschechien, wohin die rund 500 Soldaten mit ihren gut 60 Radpanzern vom Typ "Stryker" und rund 40 anderen Fahrzeugen an diesem Sonntag kommen, könnte dies anders werden. Zwar werten in einer Umfrage 82 Prozent der Tschechen den Straßenmarsch als Zeichen der Verbundenheit der USA mit Osteuropa - nur 17 Prozent sprachen sich dagegen aus. Doch Kommunisten und Pazifisten wollen die US-Truppen während ihrer dreitägigen Fahrt durch das Nachbarland dennoch mit Protesten begleiten.

Idee von General Hodges

Der "Dragoon Ride" (Dragoner-Ritt), wie die Fahrt genannt wird, ist Teil der Übung "Atlantic Resolve" (Atlantische Entschlossenheit) mit der die US-Streitkräfte seit April 2014 den osteuropäischen Nato-Mitgliedern den Rücken stärken, die sich seit der Annexion der Krim durch Russland bedroht sehen. Der "Dragoon Ride" ist die Idee von Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges. Dem Oberkommandierenden des US-Heeres in Europa geht es darum die Bindungen zu den osteuropäischen Armeen zu stärken, um Truppen schnell quer über das Bündnisgebiet verlegen zu können. Ein weiteres Ziel ist es, Kontaktmöglichkeiten zwischen den amerikanischen Soldaten und der jeweiligen Bevölkerung zu schaffen.

In Tschechien treffen sich alle Teile der 3. Schwadron, die in drei Konvois von Estland, Litauen und Polen Richtung Vilseck rollen, zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Vilseck. Unterstützt werden die Kavalleristen, deren 1800-Kilometer-Fahrt vor einer Woche begann, unter anderem von einer US-Versorgungskompanie. Diese war bereits von Baumholder in Rheinland-Pfalz ins Baltikum gefahren: fünf Tage dauerte die Fahrt der Soldaten - tagsüber hinter dem Steuer, nachts schlafen. Zudem gibt es Unterstützung aus der Luft: Dabei kommen Kampfhubschrauber vom Typ "Apache" sowie Transporthubschrauber vom Typ "Blackhawk" und "Chinook" von der 12. US-Kampfhubschrauberbrigade in Ansbach sowie die jüngst nach Europa verlegten US-Kampfflugzeuge vom Typ A-10 und Maschinen von Nato-Mitgliedern zum Einsatz. Sie überwachen die Wegstrecken oder liefern Versorgungsgüter.

Am Mittwoch sollen die Männer und Frauen der 2. Schwadron mit ihren Fahrzeugen über die Grenze nach Bayern rollen. Die letzten Kilometer begleiten Feldjäger den Konvoi, heißt es bei der US-Armee. Am Vormittag ist auf dem Marktplatz in Vilseck ein Empfang geplant und am Nachmittag sollen alle Soldaten wieder zu Hause in den Rose Barracks sein - nach mehr als drei Monaten im Baltikum. Pause hat die 2. Kavalleriebrigade dennoch nicht.

Übungen ausgeweitet

Die 2. Schwadron ist vor 14 Tagen nach Rumänien zu Übungen abgerückt. Das US-Heer weitet die Operation "Atlantic Resolve" nicht nur auf Rumänien, sondern auch auf Bulgarien aus. Das 1. und das 4. Schwadron, sowie das Pionier- und das Artillerieschwadron rücken am Mittwoch nach Hohenfels zur Übung "Saber Junction 2015" ab. Daran nehmen von 1. bis 31. April mehr als 4700 Soldaten aus 17 Ländern teil. Sie kommen aus den USA, aus Albanien, Armenien, Belgien, Bosnien, Bulgarien, Großbritannien, Ungarn, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Moldawien, Polen, Rumänien, der Türkei und Schweden.
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