Kommunalbündnis AOVE ist 20 Jahre alt
Zusammenhalt als Geschenk

Rund 100 Gäste - darunter 39 Bürgermeister aus ganz Bayern - waren am Donnerstag nach Vilseck gekommen, um mit Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer (links) den 20. Geburtstag der AOVE zu feiern. Bilder: Hartl (4)
Politik
Vilseck
21.04.2016
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Der Hahnbacher Bürgermeister Bernhard Lindner (links) überreichte an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ein Tragerl Bier, damit er sich gerne an seinen Besuch bei der AOVE erinnert.
Vilseck: Burg Dagestein |

AOVE - diese vier Buchstaben sind längst zu einem Markenzeichen geworden. Am Donnerstag feierte das kommunale Bündnis 20. Geburtstag und machte sich selbst das schönste Geschenk.

Amberg-Sulzbach. Da saßen sie zusammen, in enger Verbundenheit: Die Bürgermeister der neun benachbarten Städte und Gemeinden, die sich 1996 zur Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) zusammengeschlossen haben. 20 Jahre nach der Gründung können sie Vollzug melden: Die Kirchturmpolitik befindet sich in den Rathäusern von Edelsfeld, Freihung, Freudenberg, Gebenbach, Hirschau, Königstein, Poppenricht, Schnaittenbach und Vilseck auf dem Rückzug. Die AOVE-Gemeinden haben ein Wir-Gefühl entwickelt und kooperieren, wo immer es nur geht. Dass diese Form der interkommunalen Zusammenarbeit beispielhaft ist und gefördert werden muss, daran ließ Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) bei einer Fachtagung auf Burg Dagestein in Vilseck keinen Zweifel.

Netzwerk geschaffen


Die AOVE habe längst begriffen, was anderswo in Bayern noch als Zukunftsvision gepredigt werde. "Wir müssen Netzwerke schaffen, wenn wir den ländlichen Raum stärken wollen", sagte der Minister. Dass sich die Mitgliedsgemeinden zusammengetan und einer schonungslosen Analyse der jeweiligen Stärken und Schwächen unterworfen hätten, zahle sich jetzt aus. "Die AOVE-Kommunen haben erkannt, dass nicht jeder alles bieten muss." Dass es aber einfacher sei, sich die Aufgaben zu teilen und gemeinsam an einem Strick zu ziehen. Mit dieser Vorgehensweise leisteten die neun Gemeinden einen entscheidenden Beitrag, den demografischen Wandel zu bewältigen. "Ich träume den Traum, dass der Begriff Landflucht zum Fremdwort wird", sagte Brunner. "Sie arbeiten daran." Der Minister war der Festredner der Tagung, zu der 39 Bürgermeister aus ganz Bayern angereist waren. Der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl begrüßte die Gäste auf Burg Dagestein, zu deren Sanierung die AOVE beigetragen hat. Er nannte den Zusammenschluss "eine der erfolgreichsten Regionalentwicklungen Bayerns".

Die Zugkraft der Organisation sei vor allem ihrer Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer zu verdanken. "Der Erfolg der AOVE steht und fällt mit ihr", sagte Schertl. Lobenhofer sei "Motor, Managerin und Macherin". Auch Bürgermeister Bernhard Lindner aus Hahnbach würdigte die Arbeit der Geschäftsstelle. Er gab dazu ein selbst geschriebenes Märchen zum Besten, das die Entstehungsgeschichte des Bündnisses nachzeichnete.

Von Demenz bis Tourismus


Das Projekt "Alt werden zu Hause", das Kernwegenetz, die touristische Vermarktung der Goldenen Straße, die vielfältigen Aktivitäten im Bereich Erneuerbare Energien oder das Thema Leerstandsmanagement - die Bürgermeister stellten den rund 100 Gästen nur die wichtigsten Gemeinschaftsprojekte vor. Mittags gab es auf der Burg noch ein festliches Essen und abends den Kulturabend im Josefshaus Hirschau.

In ganz Bayern gibt es mittlerweile 90 ähnliche kommunale Allianzen, bei denen rund 700 Gemeinden zusammenarbeiten. Unterstützt und begleitet werden die Kommunen von den Ämtern für Ländliche Entwicklung. "Im Mittelpunkt stehen dabei die Kreativität und Eigeninitiative der Gemeinden, ihrer Bürger und aller Akteure in der Region", sagte Minister Brunner.

Ich träume den Traum, dass der Begriff Landflucht zum Fremdwort wird. Sie arbeiten daran.Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU)
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