Resolution in Vilseck: Flüchtlinge dezentral unterbringen
Stadtrat gegen Asylheim im Turm

Die Regierung der Oberpfalz hat ein Auge auf das leerstehende Turmhotel in Vilseck geworfen. Laut Bürgermeister Schertl plant die Behörde, hier eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber einzurichten. Archivbild: Hartl
Politik
Vilseck
12.12.2014
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Der Vilsecker Stadtrat hat sich gegen das Vorhaben der Regierung der Oberpfalz ausgesprochen, im ehemaligen Turmhotel eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber einzurichten. "Mit dieser Resolution wollen wir uns nicht gegen die Unterbringung von asylsuchenden Personen in unserer Stadt wenden", erklärte Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Vielmehr solle der Weg der dezentralen Wohnungsvergabe weiter beschritten werden.

Laut Schertl plane die Regierung, in dem leerstehenden Gebäude 55 Asylsuchende einzuquartieren. Wesentlich einfacher und im Sinne der Integration erfolgreicher sei es aber, für diese Menschen einzelne Wohnungen zu suchen. Nach dem aktuellen Verteilungsschlüssel des Landratsamtes habe Vilseck derzeit 25 Asylbewerber aufzunehmen. "Angemietet sind 27 Plätze in verschiedenen Wohnungen, untergebracht sind zurzeit 19 Personen", erläuterte der Rathauschef. Im gesamten Landkreis stünden genügend freie Wohnungen zur Verfügung. Deshalb sehe auch das Landratsamt keinen Bedarf für eine solche Gemeinschaftsunterkunft in Vilseck.

Offen auf Flüchtlinge zugehen

Schertl verwies auf ein Signal, das die Stadt schon gesetzt habe: "Wir haben die Kosten für asylsuchende Kinder in der Ganztagsbetreuung übernommen." Zudem rufe er Privatleute und Vereine auf, offen und hilfsbereit auf die Asylbewerber zuzugehen. Der Stadtrat verabschiedete die Resolution mit 15:2 Stimmen. Der Wortlaut geht nun an die Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region, an Staatsregierung, Regierung der Oberpfalz und Landratsamt.
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