Stryker bereiten weíteren Dragoon Ride vor
Kavallerie übt in der Turnhalle

Das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck startet bald in Richtung russische Grenze. Auf dem mehr als 2000 Kilometer langen „Dragoon Ride“ fahren Soldaten der deutschen Panzerbrigade 12 mit. (Bild: paa)
Politik
Vilseck
01.05.2016
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Auf dem Boden der Turnhalle in der Garnison Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) ist die Karte von Europa ausgebreitet. Rundherum sitzen Offiziere und Soldaten der US-Armee, der Bundeswehr sowie aus osteuropäischen Ländern. Sie besprechen das Konzept für die große Übung des 2. US-Kavallerieregiments - den "Dragoon Ride" (Dragoner-Ritt). Die Fahrt führt von Vilseck bis ins Baltikum. Bild: paa
Vilseck: Rose Barracks |

Sie tun es wieder. Die US-Kavallerie fährt Tausende Kilometer quer durch Europa. Nur geht es diesmal nicht vom Baltikum in die Heimat, sondern von Vilseck ins Baltikum. Mit dabei die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg.

Das 2. US-Kavallerieregiment aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) rüstet sich für die größte Verlegeübung auf der Straße seit Ende des Kalten Krieges. Zusammen mit ihrem deutschen Partner, der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg, senden die Kavalleristen im Juni rund 1400 Soldaten und etwa 400 Fahrzeuge, darunter Radpanzer vom Typ "Stryker", auf der Straße nach Tapa in Estland.

Vergangene Woche prüfte das Regiment das Konzept für den "Dragoon Ride" II (Dragoner Ritt) noch einmal und präsentierten es Brigadegeneral James J. Mingus, Kommandeur des Mission Command Element (MCE) der 4. US-Infanteriedivison in Baumholder (Rheinland-Pfalz).

Dazu wird die Memorial (Gedächtnis)-Turnhalle in den Rose Barracks in Vilseck zum Übungsgelände. In der Mitte der Doppelhalle erstreckt sich auf dem Boden die Karte Europas, von der deutsch-französischen Grenze bis zum Baltikum - etwa so groß wie ein Volleyballfeld.

Um die Landkarte herum sind in U-Form Tische aufgebaut. An einer Längsseite stehen die Fahnen der beteiligten Nationen, die amerikanische, die tschechische, deutsche, die polnische, die litauische, die estnische, die lettische und die britische sowie zwei Leinwände für die bei der Armee üblichen Power-Point-Präsentationen. Nach und nach erläutern die Verantwortlichen die Übung. Soldaten schieben dazu Symbole für die Teile des Konvois und des Regiments über die Karte - so wie im Sandkasten auf dem Übungsplatz bei einer Einsatzbesprechung.

Brücke über die Naab


Vor etwas mehr als einem Jahr kehrten rund 500 Soldaten der 3. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments mit gut 60 Radpanzern vom Typ "Stryker" und rund 40 anderen Fahrzeugen unter dem Applaus der Familien nach 1800 Kilometern auf der Straße vom Baltikum in die Rose Barracks zurück. Der zweite "Dragoon Ride" dieses Jahr fällt deutlich größer aus. Mit 1400 Soldaten und gut 400 Fahrzeugen sind weitaus mehr beteiligt. Darunter: Rund 50 Soldaten der "Zwölfer" mit 16 Fahrzeugen. Sie kommen vom Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung (Kreis Freyung-Grafenau). Die Führung des deutschen Anteils hat der stellvertretende Bataillonskommandeur der Aufklärer, Oberstleutnant Alexander Knieling. Das ist nicht der einzige Beitrag der Panzerbrigade 12. Südlich von Weiden errichtet das Panzerpionierbataillon 4 eine Behelfsbrücke über die Naab. Diese soll ein Teil des Konvois zum Auftakt seiner langen Fahrt ins Baltikum nutzen.

Es gibt zwei Routen. Eine Hälfte der Kavallerie fährt rund 2400 Kilometer durch Tschechien und Polen ins Baltikum, die zweite etwa 2100 Kilometer über Dresden und durch Polen. Für Letztere überschneiden sich drei Übungen, ihre eigene "Dragoon Ride", die polnische Übung "Anakonda" mit rund 25 000 Teilnehmer aus 21 Ländern sowie die US-Luftlandeübung "Swift Response", bei der Fallschirmjäger aus den USA kommend abgesetzt werden.

Werbung für Nato


"Kommt dahin, macht etwas, redet darüber", sagt Oberst John V. Meyer, Kommandeur des 2. US-Kavallerieregiments. Ziel der Übung ist es, den Beistandswillen zu signalisieren, nach innen und nach außen. Während des "Dragoon Ride" gibt es deshalb nicht nur Übungen mit den jeweiligen Nato-Partnern, sondern wie im Vorjahr Begegnungen mit der Bevölkerung. Abschließend folgt im Baltikum die US-Übung "Saber Strike" (Säbel-Schlag). Nach Hause geht es per Schiff, Flugzeug und Bahn.

Kommentar

Muskelspiele in Europa

Von Alexander Pausch

Der Oberbefehlshaber des US-Heeres in Europa, Generalleutnant Frederick "Ben" Hodges, erklärt seit langem seinen Soldaten, sie müssten wirken wie 300 000. Doch eine derartige Zahl von US-Soldaten gab es nur im Kalten Krieg in Europa. Und dieser lebt nicht wieder auf. Darauf hat Hodges am Rande der Sicherheitskonferenz hingewiesen. Tatsächlich gibt es nur 30 000 US-Heeressoldaten in Europa.

Diese sind kaum mehr zu Hause bei den Familien. Übung reiht sich an Übung, um das von der US-Regierung gewünschte politische Signal an die Verbündeten, aber auch an die russische Führung auszusenden, wonach die USA zu ihren Partnern stehen. Dazu zählen die Übungen vor dem Warschauer Nato-Gipfel Anfang Juli. Auch die russische Seite betreibt solcherart Öffentlichkeitsarbeit. Etwa wenn der Verteidigungsminister verkündet, er stelle drei Divisionen in Westrussland auf.
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E-Mail an den Autor:

alexander.pausch@derneuetag.de


Manöver auch in Finnland


Vilseck/Niinisalo. (paa) Unabhängig vom "Dragoon Ride" (Dragoner-Ritt) des 2. US-Kavallerieregiments nimmt ein Teil des US-Verbandes ab diesem Montag an einer Übung mit der finnischen Armee auf dem Truppenübungsplatz Phjankangas in Westfinnland teil. Dies teilten die finnischen Streitkräfte mit. Die Beteiligung der Amerikaner an "Arrow 16" (Pfeil 16) diene dazu, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zu verbessern. Soldaten oder Teile der 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) sind derzeit an Übungen oder Einsätzen in mehr als einem Dutzend Ländern beteiligt.
2 Kommentare
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Ali Zant aus Weiden in der Oberpfalz | 02.05.2016 | 13:37  
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Johann Strasser aus Winklarn | 03.05.2016 | 00:15  
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