Vilsecker Stadtrat will Lebensräume für Wildtiere erhalten, verbessern und neu schaffen
Natur muss wieder zu ihrem Recht kommen

Politik
Vilseck
24.10.2016
25
0

Lebensräume für Wildtiere zu erhalten, zu verbessern und neu zu schaffen, davon profitieren Mensch und Tier gleichermaßen. Dieses Anliegen soll forciert und aufgewertet werden. Darin war sich der Vilsecker Stadtrat bei seiner Sitzung einig.

Der Vilsecker Stadtrat befasste sich intensiv mit diesem Thema, immerhin 60 Minuten lang. "Eigentlich wurde alles kaputt gemacht", malte Referent Balduin Schönberger ein düsteres Bild über die Zerstörung der Natur, "übertriebener Reinheitsfimmel in der Natur hat die Lebensräume des Wildes vielfach zerstört." Freilich sei da der frühere "Flurbereinigungswahn" nicht ganz unschuldig, wurde argumentiert. Jetzt gilt es entgegenzusteuern.

"Je mehr scheinbare Unordnung in der Natur, desto artenreicher ist der Lebensraum für die Tiere", lautet das Credo von Balduin Schönberger. Die Erkenntnis kommt aus berufenem Munde: Schönberger ist Wildlebensraumberater am Fachzentrum für Agrarökologie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg.

Er ist damit Ansprechpartner für Landwirte, Jäger und Jagdgenossen in der ganzen Oberpfalz. Seine Aufgabe ist es, so ließ er wissen, Lebensräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu verbessern. Als Wildlebensraumberater will Schönberger insbesondere auf Landwirte und Jäger zugehen, um diese ebenso wie den Vilsecker Stadtrat über die Umsetzung von wildtierfreundlichen Maßnahmen zu informieren und dafür zu sensibilisieren.

Als kritische Faktoren für das Vorkommen von Wildtieren in der Agrarlandschaft sieht er heute vor allem Nahrung und sichere Rückzugsorte. Ob Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit - eine Fülle an Maßnahmen stützten und förderten die Artenvielfalt in Bayern. Dazu stehe ein Förderprogramm zur Verfügung. Wildäcker und eine intelligente Auswahl der Mischungspartner für Blühflächen seien erforderlich.

Entscheidend für den Erfolg aller Maßnahmen sind laut Schönberger der persönliche Wille aller Beteiligten und eine solide, praxisbezogene Wildlebensraumberatung. Mit der Einstellung von entsprechenden Beratern auf Bezirksebene habe Bayern einen neuen Weg beschritten, mit im Boot die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Alle hätten ein Credo: "Von der Verbesserung der Lebensbedingungen für Feldhasen und Rebhühner, für Bienen und Schmetterlinge profitieren alle gleichermaßen - Mensch wie Natur."

Übertriebener Reinheitsfimmel in der Natur hat die Lebensräume des Wildes vielfach zerstört.Balduin Schönberger, Wildlebensraumberater
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.