Vilsecker Oliver Fink über seine turbulente Saison mit Fortuna Düsseldorf und stürmische Erfahrungen
Hier spricht der Kapitän

Der Düsseldorfer Kapitän Oliver Fink (weißes Trikot) im Rückrundenspiel gegen Hannover. Nach einem Bänderanriss ist für den Profi aus Vilseck die Saison beendet. Im letzten Spiel gegen Aue fehlt er. Bild: dpa
Sport
Vilseck
19.05.2017
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Vilseck/Düsseldorf. Böses Foul: Jüngst wurde Oliver Fink im Fachmagazin "Kicker" als Oberbayer bezeichnet, dabei ist der 34-jährige Fußballprofi von Fortuna Düsseldorf absolut bekennender Oberpfälzer. Den Großteil der Sommerpause wird er mit seiner Frau bei den Eltern und Geschwistern in Reisach (Vilseck/Kreis Amberg-Sulzbach) verbringen. "Das ist meine Heimat", sagt er.

Seine sportliche Heimat ist seit 2009 Düsseldorf. Mit der Fortuna spielte er auch schon erste Liga. Die zu Ende gehende Saison in der zweiten Bundesliga war ziemlich aufreibend. Der Klassenerhalt müsste aber vor dem letzten Spiel am Sonntag gegen Erzgebirge Aue geschafft sein. Im Interview mit den Oberpfalz-Medien zieht Fink eine erste Bilanz.

Hallo Oliver, Sie haben sich zuletzt beim 3:2-Sieg gegen Nürnberg verletzt. Wie ist der Stand der Dinge?

Oliver Fink: Ich habe mir im rechten Sprunggelenk die Außenbänder angerissen. Im letzten Spiel gegen Aue fehle ich, aber zur Vorbereitung auf die neue Saison bin ich wieder fit.

Die Fortuna ist eigentlich gerettet. Drei Punkte Vorsprung auf 1860 und Bielefeld, dazu das bessere Torverhältnis. Reicht das?

Sicherlich, vom Tabellenstand her müsste es schon mit den Teufel zugehen, aber im Fußball weiß man nie. Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass wir noch auf Rang 16 landen. Aber wir wollen unseren Fans einen guten Abschluss bieten.

Aue und der Fortuna würde auch jeweils ein Remis reichen ...

Wir werden nicht auf Unentschieden spielen, wir wollen gewinnen.

Die Saison ist sicherlich nicht so gelaufen, wie sich das alle bei der Fortuna vorgestellt haben, oder?

Kritik ist sicherlich angebracht, aber wir brauchen nicht alles schlechtzureden. Klar ist, dass wir zu Hause zu wenig Punkte geholt haben. Aber bei uns ist die Erwartungshaltung bei Heimspielen sehr hoch: Da wird erwartet, dass man den Gegner aus dem Stadion schießt. Auswärts haben wir uns immer ordentlich präsentiert.

Da siegt die Fortuna in Nürnberg, schafft fast die Rettung, und dann wird Trainer Friedhelm Funkel infrage gestellt ...

Unser Trainer ist da abgehärtet, was das betrifft. Er lässt sich nicht beirren. Es ist unverständlich, dass jetzt von außen so viel Unruhe reingetragen wird. Da hätte man mit der Diskussion bis nach dem letzten Spiel warten können.

Sie werden im Juni 35, aber als Fußballprofi lernt man nie aus. Wie kam es, dass Sie jetzt stürmen?

(lacht) Andere Profis rücken, je älter sie werden, in der Mannschaft nach hinten, bei mir ist das gegensätzlich. Ich fühle mich da vorne schon wohl, aber ich habe sicher nicht die Qualität, die ein Stürmer im Strafraum braucht, ich habe andere Stärken.

Vor der Saison wurden Sie Kapitän der Mannschaft. Ein absoluter Vertrauensbeweis ...

Hier Kapitän zu sein, ist schon eine Wertschätzung für mich. Darauf bin ich stolz. Unser Trainer hat aber zu allen Führungsspielern ein enges Verhältnis.

Sie haben noch ein Jahr Vertrag in Düsseldorf, was kommt danach?

Ich habe immer gesagt, ich mache weiter, solange ich meine Leistung bringe. Ich fühle mich topfit, wenn ich morgens aufstehe, tut mir nichts weh. Und meine Laufleistungen in den Spielen sind auch nicht die schlechtesten.

Beim SSV Jahn sind Sie groß geworden. Ihr Ex-Klub sorgt für Furore, könnte am Samstag in der dritten Liga die Relegation erreichen.

Natürlich verfolge ich das, schon aus Eigeninteresse. Die Oberpfalz bleibt ja meine Heimat. Die Regensburger spielen einen schönen und erfolgreichen Fußball.

Der Alptraum wäre wohl, wenn die Fortuna noch in die Relegation müsste und auf den Jahn träfe ...

(Fink schmunzelt) Gegen meine Ex-Klubs spiele ich grundsätzlich nicht gerne.
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