25. Sorghofer Waldweihnacht mit ganz aktuellen Bezügen
Die Geschichte, die nie aufhört

Maria (Claudia Ruppert) und Josef (Heinrich Ruppert) wärmen ihr Kind (Moritz Meidenbauer) in einer Krippe.
Vermischtes
Vilseck
20.12.2015
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Aufruhr predigen die Hirten, weil ihnen die Römer ihre Tiere wegnehmen.

Fast 3000 Menschen haben sich nach Schätzungen der Feuerwehr um die Sorghofer Waldweihnacht gedrängt. Außer den neuen Hütten erinnerte nichts mehr an das Feuer in diesem Jahr. Und trotzdem hatte die Geschichte von der Geburt des Gottessohnes im Stall sehr aktuelle Bezüge.

Sorghof. Mahnende Worte sprach der Chronist in Anspielung auf das Leid der Millionen, die aus Kriegen fliehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben: Die Menschen seien mit Flugzeugen und Autos unterwegs, könnten mit Raumschiffen um die Erde fliegen, aber immer noch seien die Ärmsten der Armen auf den Straßen unterwegs, Millionen hätten nichts zu essen und zu trinken.

Not in Kinderaugen


Daher sei die Geschichte, die unendliche Geschichte, die vor gut 2000 Jahren begann, immer noch nicht zu Ende. Auf der Flucht vor Leid und Tod, Krieg und Zerstörung könne jeder in den Augen der notleidenden Kinder "die Augen des Gotteskindes" erkennen. "Nur wer diese Augen sehen kann, wie sie ihn anstrahlen, der wird dem Gotteskind begegnen."

"Sam" Kraus führte auch bei der 25. Sorghofer Waldweihnacht Regie und soll, so der Vereinssprecher Benno Meier, schon für weitere zehn Jahre verpflichtet worden sein. Gut 50 000 Euro seien in den 25 Jahren für karitative Projekte eingespielt worden, sagte Benno Meier.

Die Weihnachtsgeschichte ist jedem bekannt, aber immer wieder gelingt es den Sorghofer Vereinen, sie neu aufzubereiten. So schreit der Chronist den Besuchern schon auf der Straße entgegen, dass sich alle Bewohner des Reiches in ihrer Vaterstadt in Steuerlisten eintragen lassen müssen. Auch Josef macht sich mit seiner hochschwangeren Maria auf den Weg nach Bethlehem. Sie finden keinen Platz in Herbergen, nur noch Unterschlupf in einem Stall. Zur gleichen Zeit schimpfen die Hirten auf die römischen Besatzer, weil die ihnen die Tiere wegnehmen und sie ihre Familien nicht mehr versorgen können. Die Hirten wollen sich zusammenrotten, das Vieh zurückholen, und jeder Römer müsse sterben. Nur der alte Jakob mahnt das Gebot von Moses an: "Du sollst nicht töten."

Jakob stottert rum


Über dem Stall, in dem das Jesuskind liegt, erscheint der Engel, der den Hirten den Messias verkündet und den Weg zum Stall weist. Selbst den alten klapprigen Jakob schleppen sie mit. Er ist vollkommen aus dem Häuschen, stottert rum und schenkt dem Jesuskind schließlich ein Fell. In den Augen des Kindes sieht der Jakob: "Des Kinderl bringt uns Frieden." Auch der Joshua verdrängt seinen Hass, nachdem ihn das Jesuskind angeschaut hat. Alle anderen hätten den Engel gesehen, so Joshua, nur er nicht, weil er vom Hass verblendet gewesen sei.

Hass-Reden und Mauern


Der Chronist blättert in seinem dicken Buch und fragt sich, ob die Geschichte vom Zimmermann Josef und seiner Maria, von den Hirten, dem Engel nun zu Ende ist. Wohl nicht, denn Krieg gebe es immer noch "und mit Hass-Reden werden Mauern gegen die, die zu uns flüchten, errichtet". Die Geschichte ging vor 2000 Jahren nicht zu Ende, nicht heute oder morgen, vielleicht in 1000 Jahren? Wer weiß?
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