Bischof Dr. Rudolf Voderholzer beim Kreuzbergfest
Das erfolgreichste Logo aller Zeiten

Bischof Dr. Ruddolf Voderholzer zusammen mit den Priestern und Ministranten. Bild: jof
Vermischtes
Vilseck
15.09.2016
78
0
 
Bild: jof
 
Bild: jof

Das erfolgreichste Logo aller Zeiten ist das Kreuz: Darauf machte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer aufmerksam. Als erster Regensburger Bischof hat er das Kreuzerhöhungsbergfest besucht.

Dabei war das Kreuz nicht immer das Symbol für den christlichen Glauben, wie Voderholzer im Bergfest-Gottesdienst anmerkte: In den ersten drei Jahrhunderten wählten gläubige Christen als Geheimsymbol einen Fisch. Das Kreuz war damals eine grausame Hinrichtungsform. Geändert hat sich dies erst durch den römischen Kaiser Konstantin. Vor der Schlacht an der milvischen Brücke erschien Jesus im Traum Konstantin, der ihm dieses Symbol als Schutzzeichen zeigte. Nach dem Sieg bei dieser Schlacht verbot der damalige römische Kaiser die Kreuzigung als Hinrichtung und tolerierte das Christentum.

Heutzutage ist dieses Zeichen aus der Öffentlichkeit nicht mehr wegzudenken: Voderholzer verwies auf den Brauch, sich beim Vorbeigehen oder -fahren an diesem Symbol zu bekreuzigen und so dessen Kraft mitzunehmen. Auf jedem höheren Berggipfel stünden seit langer Zeit Kreuze. Gerade hier, egal ob im Hochgebirge oder auch auf kleineren Erhöhungen wie dem Vilsecker Drechselberg, spüre man die Herrlichkeit Gottes. Allerdings, sagte der Bischof, sei die Wirklichkeit in der Höhe oft verklärt.

Kreuze am Straßenrand deuteten auf den Tod oft junger Menschen durch Verkehrsunfälle hin, genauso wie das Symbol in Krankenhäusern oft das Leid der Menschen zeige. Jedoch erfülle sich hier der Satz "Willst du Gottes Gnade sehn, musst du unterm Kreuze stehn".

Das christliche Zeichen werde aber auch oft geschändet und missbraucht, betonte Voderholzer Beispielsweise seien in letzter Zeit einige Gipfelkreuze abgesägt worden. Die empörte Reaktion der Öffentlichkeit erfreute den Bischof. Besonders dramatisch sei, dass radikale Islamisten im Nahen Osten das Kreuz wieder für Hinrichtungen verwenden. Das dürfe die Christenheit nicht zulassen, betonte das Oberhaupt des Bistums. Der Bischof dankte den Gläubigen der Gemeinde Vilseck, dass sie sich sehr um das Kreuz in der Bergkirche sorgen: Das zeige die Liebe zum Kreuz Christi.

Im Seniorengottesdienst der Festwoche, in Konzelebration mit Stadtpfarrer Johannes Kiefmann, Studiendirektor Kittelberger und Pfarrvikar Madanu und musikalisch umrahmt von Franz Winklmann, machte der Oberviechtacher Stadtpfarrer Alfons Kaufmann "Schwarze Schafe" zum Thema: Diese gebe es auch im Stammbaum Jesu und in der Heiligen Schrift. Zu dieser Messe waren Gläubige mit Bussen aus dem ganzen Umkreis angereist.

In seiner Predigt ging der Pfarrer außerdem auf die vier Frauen im Stammbaum Jesu ein: Tamar, Rahab, Rut und Bathseba passten wegen ihres Lebenswandels eigentlich schlecht in den Stammbaum Jesu. Tamar beispielsweise verkleidete sich als Dirne und bekam ein Kind von ihrem Schwiegervater Juda. Rahab nahm jüdische Spione auf und verriet somit ihre Stadt Jericho. Rut war eine heidnische Ausländerin und Bathseba beging mit König David Ehebruch.

Der Geistliche bemerkte, dass es außergewöhnlich sei, diese Personen im Stammbaum Jesu zu finden. Dies zeige, dass sich Jesus Christus mit den Sündern verbrüdere und die Menschen annehme, wie sie sind. Kaufmann verband dies mit der jetzigen Flüchtlingssituation: Es sei wichtig, den Schwachen zu helfen und ihnen Schutz zu gewähren.

Ökumene gefeiertDie großen Konfessionen im Christentum verbinde das gemeinsame Beten zu Jesus: Das machte Stadtpfarrer Johannes Kiefmann beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Kreuzbergfest deutlich. Unter dem Motto "Gott in der Natur entdecken" waren im Altarraum Steine und zwei Gefäße mit Weihwasser aufgebaut. Während des Gottesdienstes wurden die Gläubigen damit gesegnet - ein symbolischer Akt, der an die Taufe und den Beginn des Glaubens erinnern sollte: Das verbindet Christen aller Konfessionen.

Außerdem bekam jeder einen Stein: So unterschiedlich wie jedes Exemplar aussieht, so individuell sind der Glaube und der Lebensweg jedes Christen. Ein weiteres großes Thema des Gottesdienstes war der Erhalt der Schöpfung Gottes. In den Fürbitten bat der Fachausschuss für Ökumene darum, dass Gott den Menschen dafür wieder einen Sinn gebe. Umrahmt wurde die Feier vom Posaunenchor Kaltenbrunn.


Auf der FluchtBeim Fatimatag fand Diakon Anton Laufer (Regensburg) mit dem Thema "Mit Maria auf der Flucht" gleich einen persönlichen Anknüpfungspunkt: Die Vertreibung seiner Mutter nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat. Flucht und Rassenhass seien heute aktueller denn je. Vor Korruption, Hunger, Terror, Krieg und vielen weiteren Katastrophen fliehen geschätzt 60 Millionen Menschen weltweit. Manche nutzten dies schamlos als Tarnung für Terror-Akte.

Die am meisten verfolgte und diskriminierte Religion sei das Christentum, betonte Laufer - vor allem im Nahen Osten, der eigentlichen Wiege dieses Glaubens. In der westlichen Welt werde das Christentum zwar nicht mehr gewaltsam verfolgt. Aber einige versuchten doch, es zu verdrängen.

Kritisch zu sehen seien vermeintliche Integrationsprogramme, um die Flüchtlinge im Westen zu halten. Dies berge die Gefahr, dass ihre Heimatländer ausbluten und Rebellen und Despoten überlassen werden - aber auch, dass sowohl Muslime als auch Christen ihre Identität des besseren Zusammenlebens wegen aufgeben. Das sei gefährlich, weil eine gottlose Ideologie keine Wahrheitsfrage mehr zulasse und der Mensch verkümmere. Laufer rief alle Christen dazu auf, den Auftrag Jesu auszuführen und für Frieden zu sorgen: Dies sei der Kern des Christentums.

Zelebriert wurde die Messe von Studiendirektor i.R. Lothar Kittelberger, Stadtpfarrer Johannes Kiefmann und Pfarrvikar Hrudaj Kumar Madanu, musikalisch begleitet von der Stubenmusik Gebenbach. Die anschließende Lichterprozession führte zum Drechselberg.


Emotionales Glaubenserlebnis: TaizéDas Bergfest in Vilseck erlebte in den vergangenen Jahren eine echte Renaissance. Davon zeugen nicht nur die steigenden Besucherzahlen im Festzelt und der Umsatz beim Essen und Trinken, sondern besonders die wachsende Zahl von Gläubigen, die das vielseitige Angebot an Gottesdiensten annehmen.

Besonders zu spüren war dies beim Taizé-Gebet. Stadtpfarrer Johannes Kiefmann freute sich sichtlich über die vielen Menschen, die zu diesem emotionalen Glaubensfest gekommen waren. Die nur von Kerzen erleuchtete Kreuzerhöhungskirche war komplett gefüllt. Gemeinsam wurde vor einem großen Kreuz gebetet und gesungen. Die bekannten Klänge aus Taizé bot stimmungsvoll der Kirchenchor Vilseck unter Leitung von Franz Winkelmann dar. Symbolisch wurde Weihrauch entzündet, damit die Gebete und Fürbitten der Gläubigen mit ihm zu Gott im Himmel emporsteigen sollten. Ein junger Gottesdienstbesucher beschrieb nach dem Taizé-Gebet die Stimmung und Gebetsatmosphäre so: "Man fühlte sich, als wäre Jesus zu uns gekommen. Ein Gefühl wie an Weihnachten, nur draußen liegt kein Schnee."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.