Fahrt zu zwei Friedhöfen im Truppenübungsplatz Grafenwöhr
An den Gräbern

Pfarrer Johannes Kiefmann segnete auf den Friedhöfen Haag und Langenbruck (im Bild) die Gräber. Werner Stubenvoll (rechts daneben) gab Erläuterungen zur Geschichte der aufgelösten Dörfer im Übungsplatz. Bild: mor
Vermischtes
Vilseck
09.11.2016
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Eine Tradition, die es seit 1992 gibt, hielten die Nachkommen aus den ehemaligen Übungsplatzdörfern Haag und Langenbruck aufrecht: Sie besuchten die Friedhöfe im Sperrgebiet. Der Schlichter Pfarrer Johannes Kiefmann segnete die Gräber und sprach Gebete für die Verstorbenen.

Alljährlich gibt die US-Armee-Garnison Bavaria die Möglichkeit, um die Allerheiligenzeit die Friedhöfe im Übungsplatz zu besuchen. Franz Zeilmann und Andreas Kreuzer vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit begleiteten die Fahrt durch die Rose-Barracks und entlang der alten Reichsstraße 85 nach Haag. Zeilmann gab Informationen zu Geschichte und aktuellen Entwicklungen des Übungsplatzes.

Werner Stubenvoll, dessen Urgroßvater die Haager Chronik verfasste, begrüßte die Gläubigen auf dem Haager Gottesacker und ging auf die Historie der Übungsplatzdörfer ein. Haag wurde 1938 bei der Erweiterung des Areals aufgelöst. 1992 sanierten Arbeiter der Bundeswehr und des Forsts den brachliegenden Friedhof und richteten die Grabsteine wieder auf. Die kunstvoll gestalteten Denkmale aus Sandstein sind seitdem ein Kleinod im Sperrgebiet. Die Besucher legten Blumen an den letzten Ruhestätten in der verlassenen Heimat nieder und stellten Grablichter auf.

Besucht wurde auch der Friedhof des alten Übungsplatzdorfes Langenbruck, der auf einer Anhöhe im Wald des Südlagers liegt. Gleich nach der Absiedlung war der Gottesacker durch einen US-Sergeant weiter gepflegt worden und ist somit auch noch gut erhalten.
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