Kreis-Kirwa-Warm-Up in Sorghof
Nur das Fassl stellt sich quer

Ein Bussi für ein wieder einmal tolles Kreis-Kirwa-Warm-Up in Heringnohe.
Vermischtes
Vilseck
17.04.2016
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Wenn die Stimmung steigt, müssen auch die Kirwaleit auf die Bänke. Bilder: Steinbacher (3)

Tausende Kirwapaare pilgerten am Samstag nach Heringnohe. Aus der ganzen Oberpfalz sowie aus dem nahen Franken reisten sie zum Kreis-Kirwa-Warm-Up, um den Start in die Kirwasaison zu feiern. Dabei hätten sie fast ohne Bier in den Abend starten müssen.

Sorghof. Der SV Sorghof als Organisator hatte alles gerichtet: Die Kirwamoidln und -burschn hatten ihre Plätze im prall gefüllten Stodl, die Musikanten hatten die Instrumente parat und dann fast der Supergau: Als Bürgermeister Hans-Martin Schertl und Bräu Anton Bruckmüller anstechen wollten, fand der Zapfhahn einfach nicht den Weg ins Fassl. Er wollte nicht halten, das Bier konnte nicht sprudeln. Schertl gab nach 13 Schlägen auf, und stieß mit Bruckmüller trotzdem an: Die Band Grögötz Weißbir hatte kurzerhand ausgeholfen und ihre frischen Massen weitergereicht. Schertl musste nach dem standesgemäßen Prosit der Gemütlichkeit aber nochmal ran. Das Team vom SV Sorghof hatte sich am Nachmittag heimlich bei Bürgermeistergattin Gerlinde die Klarinette des Schirmherrn besorgt, und der durfte dann mit der Band den Abend auch musikalisch eröffnen. Kein Problem für den Fest-erprobten Musikanten des Musikvereins Vilseck.

Die Kirwapaare hielt es da schon nicht mehr auf den Sitzplätzen. Bis zum frühen Morgen schallten die Gurzerer durch Heringnohe. In der stattlichen Bar - immerhin 80 Meter lang - feierte das Kirwavolk, das mit Shuttlebussen angereist war, ebenfalls bis zum frühen Morgen. Gut 150 Helfer hatte SV-Chef Andreas Plößner im Einsatz. Die hatten alle Hände voll zu tun, um die rund 4500 Besucher zu versorgen. Das BRK hatte lediglich Kleinigkeiten zu versorgen, in erster Linie Schnittverletzungen.

"Wir sind überglücklich und hochzufrieden", lautete das Fazit von SV-Vorsitzendem Andreas Plößner, als die Musik gegen 3 Uhr aufgehört hatte. "Das waren super Leute, alle haben friedlich gefeiert." Einige wenige schafften es allerdings doch in den Polizeibericht (siehe den Infokasten unten). "Oh Kirwa lou niard nou" sangen die Besucher begeistert, dabei war es doch erst der Auftakt ins Kirwajahr. Weiter geht's am kommenden Wochenende in Ammersricht. Dann wieder mit Grögötz Weißbir - und hoffentlich klappt das dann auch mit dem Holzfassl.



Betrunkener klaut FeuerwehrautoWer unter Alkohol steht, kann sich offenbar gar nicht blöd genug verhalten. Das belegte beim Kreis-Kirwa-Warm-Up in Sorghof wieder einmal ein 32-Jähriger, der das Einsatzfahrzeug der Sorghofer Feuerwehr stahl und damit einen Unfall baute. Der erst wenige Wochen alte Wagen stand laut dem Pressebericht der Polizeiinspektion Auerbach mit laufendem Motor an der Zufahrt zum Veranstaltungsgelände, weil er den Platz ausleuchten musste. Die Feuerwehrleute regelten dort den Besucherandrang.

Um 0.35 Uhr stieg ein 32-Jähriger aus Plech (Kreis Bayreuth) in den Mannschaftstransportwagen und fuhr los. Was folgte, beschreibt der Polizeibericht so: "Von Heringnohe aus fuhr er in einem großen Bogen mit unkontrolliert hoher Geschwindigkeit Richtung Flugplatz und prallte dabei circa 20 Meter weiter gegen einen auf der linken Seite geparkten Pkw." Der gehörte einem 23-jährigen Sulzbach-Rosenberger. Trotz der vielen Fußgänger wurde niemand verletzt, es entstand aber ein beträchtlicher Schaden - laut erster Schätzung der PI Auerbach deutlich im fünfstelligen Bereich. Das Feuerwehrauto trug vorne rechts erhebliche Schäden davon.

"Der 32-Jährige hatte stark dem Alkohol zugesprochen", heißt es im Polizeibericht. Nach einer Blutentnahme beschlagnahmten die Beamten seinen Führerschein. Auf den Mann kommen nun Anzeigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss sowie wegen unbefugten Gebrauchs eines Kraftwagens zu.

Die Polizeibilanz zum Kirwa-Warm-Up erwähnt ferner zwei körperliche Auseinandersetzungen zwischen "erkennbar Alkoholisierten". Zuerst gerieten sich gegen 1.30 Uhr ein Freihunger (22) und ein 18-Jähriger aus unbekannten Gründen in die Haare. Ergebnis: leichtere Verletzungen für den Älteren, eine Nasenbeinfraktur für den Jüngeren. Gegen 3.45 Uhr entwickelte sich dann auf der Männertoilette aus dem Streit eines Vilseckers (22) mit anderen Besuchern ein Austausch von Schlägen, der zu mehreren Leichtverletzten führte. (ll)
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