Nach Schaden am Sorghofer Feuerwehrauto
Stadt zeigt Suff-Fahrer an

Die Motorhaube, der Kotflügel und größere Teile der Frontbeleuchtung trugen bei dem Unfall Schäden davon Bild: Feuerwehr Sorghof
Vermischtes
Vilseck
18.04.2016
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Ein irrwitziger Einfall im Suff könnte für einen 32-jährigen Oberfranken ein teures Nachspiel haben. Er hatte das Sorghofer Feuerwehrauto geklaut und damit einen Unfall gebaut.

Sorghof. Noch ist unklar, wie hoch der Schaden am Mannschaftstransporter ist, den der Mann in der Nacht auf Sonntag beim Kreis-Kirwa-Warm-Up in Heringnohe verursachte (AZ berichtete). "Aber das geht sicher über ein paar Hundert Euro hinaus, das ist schon eine ganz andere Dimension", erklärte der Vilsecker Bürgermeister Hans-Martin Schertl am Montag auf AZ-Nachfrage. Vor allem den Kotflügel und mehrere Lichter habe es erwischt. Die genaue Schadenssumme müsse aber ein Gutachter ermitteln.

Auto noch kein Jahr alt


Der Mannschaftstransporter der Sorghofer Wehr ist noch fast neuwertig, wurde laut Schertl erst im vergangenen Sommer geliefert. Umso mehr stuft der Bürgermeister den Vorfall von Samstagnacht irgendwo zwischen "ärgerlich" und "nicht zu fassen" ein. Der 32-Jährige aus Plech (Kreis Bayreuth) war laut Pressebericht der Auerbacher Polizei offenbar um 0.35 Uhr schon auf dem Nachhauseweg vom Kirwa-Warm-Up, als er auf die Idee kam, das Einsatzfahrzeug der Sorghofer Wehr zu kapern. Es stand mit laufendem Motor an der Zufahrt zum Veranstaltungsgelände, weil die Feuerwehrleute dort den Besucherandrang regelten und dafür die Ausleuchtung durch die Lichter am Wagen benötigten.

Erheblich alkoholisiert


Der erheblich alkoholisierte Plecher setzte sich laut Polizeibericht einfach ans Steuer und fuhr Richtung Flugplatz los. Schon nach wenigen Metern prallte er aber gegen das Heck eines Pkws, der auf der linken Straßenseite parkte. Verletzt wurde dabei niemand.

Den Führerschein des 32-Jährigen hat die Polizei bereits beschlagnahmt. Sie ermittelt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss sowie unbefugten Gebrauchs eines Kraftwagens. "Wir erstatten auch Anzeige", machte Bürgermeister Schertl deutlich. Schon, um sich keine juristische Möglichkeit entgehen zu lassen. Denn natürlich werde man versuchen, das Geld, das jetzt die Reparatur kostet, vom Verursacher wieder zu bekommen: "Wir werden uns an den Schädiger wenden." Schertl vermutet: "Für den Betreffenden dürfte das eine teure Nacht werden."

Die Einsatzbereitschaft der Sorghofer Wehr ist aber durch den Schaden nicht infrage gestellt. Zwar kann man laut Hans-Martin Schertl mit dem beschädigten Mannschaftstransporter allenfalls noch in die Werkstatt, aber nicht mehr zum Einsatz fahren. Doch die Sorghofer haben ja noch ein zweites Feuerwehrauto, das eigentliche Löschfahrzeug mit sieben Plätzen. Und im äußersten Notfall könnte man nach Schertls Dafürhalten zusätzlich benötigtes Personal auch mit Privat-Pkw an einen Brandort bringen.

"Da hat leider alles zusammengepasst", schüttelte der Sorghofer Kommandant Emanuel Gonzales noch am Montag den Kopf, als er an den Feuerwehrauto-Diebstahl dachte. Überlegungen, auf solche Einsätze in Zukunft zu verzichten und die Aufgaben am Einlass zum Kirwa-Spektakel etwa einer Security zu überlassen, gebe es bei der Wehr derzeit aber nicht. Gonzales geht davon aus, dass die Feuerwehr dem SV Sorghof als Organisator weiterhin unter die Arme greift, dann mit noch einmal verschärften Sicherheitsmaßnahmen.
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