Pfarreiengemeinschaft Vilseck-Schlicht-Sorghof holt sich Unterstützung bei Unternehmensberater
Einsatz Ehrenamtlicher attraktiver gestalten

Unternehmensberater Daniel Rankl, der Vilsecker Kirchenpfleger Thomas Pröls und Stadtpfarrer Johannes Kiefmann (von links) trafen sich im Kindergarten St. Josef zu Gesprächen. Bild: hfz
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Vilseck
07.07.2016
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Nicht nur was die Gottesdienstformen betrifft, geht Pfarrer Johannes Kiefmann in der Pfarreiengemeinschaft Vilseck-Schlicht-Sorghof neue Wege. Er versucht auch verstärkt, neue Mitarbeiter zu gewinnen und deren Einsatz in Einrichtungen, Gremien und Ehrenämtern attraktiver zu gestalten.

"Eigentlich sind wir auch eine Art Unternehmen, eine Non-Profit-Organisation, die zwar keine Kunden oder Verbraucher, dafür aber Mitglieder hat", meint der Geistliche. Er hält dabei Unterstützung von außen durchaus für nützlich. Auf der Suche nach Möglichkeiten wurde er fündig bei Daniel Rankl (28), einem Bekannten aus früheren Jahren, der heute als Berater der Offensive Mittelstand arbeitet.

Prozesse optimieren


Die Arbeitsbedingungen und Prozesse zu optimieren und die ehrenamtliche Mitarbeit schmackhaft machen, das waren die zwei Punkte, auf die sich Unternehmensberater Rankl und Pfarrer Kiefmann fokussierten. Zunächst ging es darum, alle Mitarbeiter der Pfarreiengemeinschaft mit Hilfe eines speziellen Screenings zu interviewen, um herauszufinden, wo es Belastungspotenzial - psychisch wie physisch - gibt und wie man gemeinsam die erfassten Gefährdungen beseitigen oder vermeiden kann.

Gerade psychische Erkrankungen, die immer öfter von schlechten Arbeitsbedingungen beeinflusst werden, nehmen seit Jahren rasant zu und zählen mittlerweile zu den zweithäufigsten Gründen für Arbeitsunfähigkeit. "Die Mitarbeiter konnten als Experten am Arbeitsplatz aktiv an den Gestaltungsvorschlägen mitwirken, die Resonanz war sehr positiv", lautet Kiefmann Resümee.

Die Pfarrei schaffe somit nicht nur einen wertvollen Beitrag für ein optimiertes Arbeitsklima, sondern komme mit dieser Gefährdungsbeurteilung auch einer noch sehr jungen Anforderung des Arbeitsschutzgesetzes nach, das einen starken Fokus auf die Analyse psychischer Belastungen am Arbeitsplatz lege, erläutert Kiefmann. "In unserem ,Unternehmen' gibt es aber nicht nur Mitarbeiter", sagt der Pfarrer. "Ein Teil der Arbeit wird auf Mitglieder, Ehrenamtliche und Funktionäre verteilt. Davon gibt es - zum Glück - eine Menge."

Damit das so bleibt, gelte es in einem zweiten Schritt herauszufinden, wie man die Arbeit im Ehrenamt attraktiver gestalten kann. Laut dem Geistlichen musste also eine möglichst genaue Einschätzung des Ist-Zustands her. Dafür stellte Daniel Rankl einen Selbsttest zur Verfügung. "Wo steht meine Pfarrei, und wie kann das Ehrenamt gefördert werden?" - um diese Fragen geht es dabei in einer Vielzahl von Kategorien.

Kann nützlich sein


Die Initiative "Neue Qualität der Arbeit" finanziert und fördert im Auftrag der Bundesregierung die bundesweite "Offensive Mittelstand". "Auch wenn das Ziel der Initiative die Förderung des Mittelstands ist, so kann eine entsprechende Beratung auch für eine Pfarrei von erheblichem Nutzen sein", sind sich Pfarrer und Unternehmensberater einig.
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