Renaturierung der Vils wirkt sich auf die Bestände aus
Fischen gefällt’s hier

Die beiden Kraus-Brüder Stephan (links) und Benjamin (rechts) mit ihren kapitalen Fängen: zwei jeweils 109 Zentimeter langen Hechten. Bild: er
Vermischtes
Vilseck
20.10.2016
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"Die Renaturierung im Stadtbereich der Vils hat sich positiv auf den Fischbestand ausgewirkt. Die Tiere finden jetzt Ruhezonen und Rückzugsgebiete, die sie vorher in der begradigten Vils nicht hatten." Laut Peter Felkl, dem Vorsitzenden des Vilsecker Anglervereins, entwickeln sich besonders die Futterfische prächtig.

Diese Rahmenbedingungen begünstigen das Wachstum der Raubfische und Forellenarten. Wie Felkl feststellt, werden in der von der Anglergemeinschaft Vilseck bewirtschafteten Gewässerstrecke jedes Jahr zwischen 70 und 100 maßige Hechte gefangen, wobei jedes Jahr Exemplare um die Ein-Meter-Marke dabei sind.

Die Vils ist überwiegend der Barben- und Brachsenregion zuzuordnen, informiert Felkl. Das sei auch der Grund für den großen Artenreichtum. In dem Fluss sind alle Varianten von Weißfischen, wie Brachse, Rotauge und Rotfeder, vertreten. Kapitale Karpfen und Schleien werden hier ständig gefangen. Ebenso beißen Hechte, Zander und in den vergangenen Jahren auch Welse teilweise in großer Stückzahl an. Bach- und Regenbogenforellen sowie Bachsaiblinge runden die Artenvielfalt ab.

Probleme bereitet hingegen die starke Zunahme des Aitel (Laichräuber) und des aus Amerika eingeschleppten Signalkrebses. Dieser habe die einheimischen Edelkrebse fast vollständig verdrängt, sagt der Anglervereins-Vorsitzende. Die sprunghafte Vermehrung führt Felkl auch auf das Fehlen der Aale in den hiesigen Gewässern zurück. Deshalb habe der Verein damit begonnen, erstmals seit Jahrzehnten wieder Aale zu setzen, so Felkl.

Kapitale HechteGleich zweimal war das Anglerglück den beiden Kraus-Brüdern Benjamin und Stephan hold. Nachdem Anfang Februar dieses Jahres Stephan Kraus einen 109 Zentimeter langen Hecht an der Angelschnur hatte, ist es dieser Tage seinem Bruder Benjamin Kraus gelungen, ein ebenfalls 109 Zentimeter langes Exemplar dieser Raubfischart aus den renaturierten Vilsgewässern im Bereich Vilseck zu landen. Die beiden Fische wogen 9,0 beziehungsweise 9,2 Kilogramm und dürften etwa zehn Jahre alt gewesen sein.

Die Brüder geben auch das Geheimnis preis, wie sie die prächtigen Fische gefangen haben. Stephan setzte den künstlichen Köder Wobbler ein. Damit gelang es ihm, in 25 Jahren bereits seinen dritten Meter-Hecht zu angeln.

Benjamin Kraus hingegen hatte mit der sogenannten Faulenzermethode, bei der mit einem toten Köderfisch gearbeitet wird, den richtigen Riecher. So fing er seinen ersten Meter-Hecht in dreijähriger Angelpraxis. Seinen Fang hat Benjamin Kraus ("Hecht ist ein ausgezeichneter Speisefisch") teils filetiert und mit Speckmantel herausgebacken. Ein weiteres Stück des Hechts wurde zu Fischburgern verarbeitet.

Der Hecht (Esox lucius) wurde in Deutschland 2016 zum Fisch des Jahres ernannt. Dieser Raubfisch frisst Fische aller Art. Frösche, Vögel und kleine Säugetiere gehören ebenfalls zu seinem Beutespektrum. Offenkundig ist der Futtertisch des Hechtes in den von der Anglergemeinschaft Vilseck gepachteten Fischereigewässern bestens gedeckt. (er)
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