Schleppertreffen in Schlicht
Frühstart ohne böse Folgen

Ein bisschen zu früh, aber nicht minder spektakulär, rollten die rund 150 historischen Fahrzeuge dicht an dicht bei ihrer Ausfahrt am Nachmittag durch Schlicht. Bilder: ct (2)
Vermischtes
Vilseck
19.07.2016
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Ein echter und viel bestaunter Hingucker war auch dieser urige und selbst gebaute Camping-Anhänger.

Petrus muss wohl doch ein Schlepperfreund sein. Denn bei bestem Wetter fand das Schlichter Treffen der Besitzer dieser schmucken Fahrzeuge auf der Festwiese "In der Wehr" statt und zog sehr viele Besucher an.

Bereits am Samstag waren Oldtimerfreunde aus weiter entfernten Orten mit ihren betagten Fahrzeugen und zum Teil mit sehr originellen Anhängern angereist. Sie boten damit den Besuchern und Kennern schon manchen Augenschmaus.

Erst Festgottesdienst


Stadtpfarrer Johannes Kiefmann und Studiendirektor i.R. Lothar Kittelberger zelebrierten auf einem Anhänger am Abend vor einer großen Schar von Besuchern den Festgottesdienst. Kittelberger, selbst Besitzer eines alten Traktors, fand in seiner Predigt Parallelen zwischen Glauben und dem Hobby der Schlepperfreunde. So wie eine Maschine pfleglich behandelt werden müsse und nicht von selbst endlos laufe, so sei es auch für den Christen notwendig, seinen Glauben zu pflegen und im Gebet und beim Gottesdienst auch immer wieder aufzutanken. Als Ministranten, als Lektoren und beim Gedenken der verstorbenen Mitglieder wirkten Angehörige der Schlichter Schlepperfreunde aktiv an der Feier mit. Viele der Besucher blieben auch noch am Abend im Festzelt und genossen den lauen Sommerabend bei musikalischer Unterhaltung durch die Entertainerin Bella und bei den Schmankerln vom Grill.

Am Sonntag brummten, ratterten und knatterten dann ab 8 Uhr nahezu pausenlos originelle Fahrzeuge auf den Festplatz. 148 Teilnehmer waren gemeldet. Vorwiegend natürlich Schlepper, aber auch Oldtimer-Pkws, Motorräder, ausrangierte Feuerwehrfahrzeuge, einige Standmotoren und zwei selbst gebaute urige Wohnanhänger gab es für die vielen Besucher zu bestaunen. Den Löwenanteil stellten zwar die Schlichter Schlepperfreunde, aber auch die Gruppen aus Amberg-Schäflohe, Winbuch, Högling, Lukahammer, Mantel, Zessau, Eslarn, Windmais, Ehenfeld, Königstein, Birgland - Betzenberg und Pyrbaum sowie einige private Oldtimerbesitzer und "Freunde besonderer Fahrzeuge" trugen durch ihre Teilnahme zu einer prächtigen Schau bei. Einen reizvollen Kontrast zu den alten Treckern boten auch einige riesige hochmoderne und leistungsstarke Traktoren der heutigen Generation.

Und wie junge Rennpferde waren die Schlepper nach der Fahrzeugsegnung durch Lothar Kittelberger nicht mehr zu halten und legten einen Frühstart zur Ausfahrt durch Schlicht hin, so dass viele Besucher zu spät kamen und von dem prächtigen Fahrzeugkorso durch den Ort, bei dem auch Kittelberger und Bürgermeister Hans-Martin Schertl mitfuhren, nur mehr wenig mitbekamen. Aber auf der Festwiese konnten sie in Ruhe die Prachtexemplare bestaunen, sich über Leistung und Geschichte der Fahrzeuge aufklären und so manche Anekdote erzählen lassen. Auch die eine oder andere Vorführung, wie das Anlassen der Standmotoren oder der Start eines alten Lanz-Bulldogs mit spektakulärem Vorglühen stieß auf großes Interesse der vielen Besucher und wurde mit Beifall bedacht.

Lob des Bürgermeisters


Sehr lobend über die Veranstaltung äußerte sich auch Bürgermeister Hans-Martin Schertl in seinem Grußwort, indem er den Idealismus der Schlepperfreunde hervorhob und die Wichtigkeit der ländlichen Traditionspflege auch im motorisierten Bereich betonte. Er nahm zusammen mit dem Vorsitzenden der Schlichter Schlepperfreunde Klaus Haselberger die Ernennung der zwei verdienten langjährigen Schlepperfreunde Franz "Max" Zeitler und Herbert Haselberger zu Ehrenmitgliedern vor.

Dank des prächtigen Wetters war der Festplatz, an dem am Sonntag die Schlöichta Plattföiß zünftig aufspielten, durchgängig gut mit Besuchern gefüllt. Und diese genossen bei vorzüglicher Bewirtung durch das Team der Schlichter Schlepperfreunde und ihrer Helfer und bei vielen Fachsimpeleien das Treffen bis tief in den Abend hinein.
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