Weihnachtskonzert des Heimat- und Kulturvereins auf Burg Dagestein
Klangvolle Einstimmung aufs Fest

Vorsitzende Elisabeth Hammer (Mitte) dankte den Ministranten aus Vilseck für ihr Spiel. Sie hatten die Herbergssuche dargestellt, wie sie sich in ihrer Heimatgemeinde abgespielt haben könnte. Bilder: rha (2)
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Vilseck
16.12.2015
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"Advent is a Löicht in der Nacht. Machts Friedn und döits enk vertrogn!" So begann das vorweihnachtliche Konzert des Heimat- und Kulturvereins auf Burg Dagestein.

Der rührigen Vorsitzenden Elisabeth Hammer gelang es, mit ihrem Programm überaus viele Besucher aus nah und fern in der staaden Zeit zu erfreuen. Hubert Donhauser aus Lintach hatte den Kirwastodl in romantisches Licht getaucht.

Gedicht zum Innehalten


Mit einem selbstverfassten Gedicht lud Barbara Schneider zum Innehalten in der hektischen Zeit ein. Andächtig lauschten die Zuhörer den einstimmenden Weisen und Liedern, vorgetragen von Rita Butz aus Ursulapoppenricht (Zither) und ihrer Musikgruppe, zu der auch Elisabeth Hammer mit ihrem Akkordeon und die beiden Gitarristinnen Petra Auerbacher und Hildegard Lingl aus Ammersricht zählten.

Maria Weiß, 1933 in Schlesien geboren, erzählte, wie Weihnachten daheim gefeiert wurde, wie die Mohnstriezl im eigenen Backofen gebacken wurden und wie es am Heiligen Abend Semmelwürste mit Kraut gab. Je nach Wetterlage sei man mit dem Pferdeschlitten oder der Kutsche zur Christmette gefahren.

Auf der Flucht kam Weiß mit ihren beiden Schwestern zunächst nach Mimbach und Massenricht, bevor sie in Heringnohe eine Bleibe fand. Ihre Mutter war in Schlesien geblieben, denn sie hoffte, dass ihre Kinder in sechs bis acht Wochen wieder zurückkämen, berichtete die Seniorin. Dem war aber nicht so. "Das Weihnachtsfest 1945 in Heringnohe war dennoch schön, denn der Vater war aus dem Rheinland angereist. Zu Fuß ging es nach Vilseck zur Christmette, und die Familie schöpfte Hoffnung auf Rückkehr". Jedoch erst nach 70 Jahren sah Maria Weiß ihre Heimat, ihr geliebtes Schlesien, wieder.

Unterkunft gefunden


Die Vilsecker Ministranten erzählten im Spiel, nach Texten von Michaela Kreuzer, die Geschichte der Herbergssuche, wie sie sich in Vilseck abgespielt haben könnte und wie Maria und Josef schließlich doch bei guten Menschen Unterkunft gefunden hätten. Mit ihren Streichinstrumenten, denen sie himmlische Töne entlockten, verzauberten die Geschwister Rosemann aus Sorghof das Publikum und setzten den finalen Höhepunkt. Die gelungene Veranstaltung klang mit dem gemeinsam gesungenen Andachtsjodler aus. Für das leibliche Wohl sorgten die Trachtenfrauen des Heimat- und Kulturvereins.
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