Wie Karl Rösch 1944 nach einem Ernteurlaub starb
Er kam nicht mehr zurück an die Front

Ein Moment, der verbindet: Karl Rösch (rechts) aus Vilseck und sein Sohn Martin am Grab des Vaters bzw. Großvaters in Niederbronn.
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Vilseck
11.11.2016
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Vilseck/Ehenfeld. Der Flaksoldat Karl Rösch (*1903) war 1944 als Obergefreiter in Russland eingesetzt. Im Sommer bekam er Ernteurlaub und durfte in seine Heimatgemeinde Ehenfeld zurück. Bald jedoch erhielt er die Nachricht, dass seine Einheit im Osten aufgerieben worden war und er zu einem neuen Einsatz nach Frankreich abkommandiert wird. Am frühen Morgen des 27. August 1944, es war ein Sonntag, ging der Militärtransport auf dem Hirschau Bahnhof nach Frankreich ab. Bereits einen Tag später traf bei seiner Ehefrau in Ehenfeld ein Telegramm ein, dass Karl Rösch gefallen war.

Der Bahnhof Saaralben in Lothringen, wo die Einheit von Rösch auf die Weiterfahrt wartete, war von englischen Kampfflugzeugen bombardiert worden. Karl Rösch wurde dabei tödlich verletzt. Seine Frau und die drei kleinen Kinder blieben zusammen mit der Schwiegermutter zurück. Die Frauen mussten die Landwirtschaft alleine weiterbetreiben, um die Familie zu ernähren.

Die Suche nach dem Grab


Eines der drei Kinder war Karl Rösch, der im Mai 1942 geboren war und denselben Namen wie sein Vater erhalten hatte. Er schilderte der AZ, wie er das Grab seines Vaters fand: Der Familie war mitgeteilt worden, dass es in Saargemünd in Lothringen sei. Als Karl Rösch junior 1964 bei der Bundeswehr war, hatte er einen Kameraden aus Saarlouis, mit dem er nach Saargemünd fuhr. Dort teilte ihnen allerdings der Friedhofswärter mit, dass hier jetzt kein deutsches Soldatengrab mehr sei, weil alle nach Niederbronn überführt würden. Als der neue Soldatenfriedhof 1966 eingeweiht wurde, erfuhr Karl Rösch über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge davon und reiste hin. Jetzt konnte er zum ersten Mal das Grab seines Vaters besuchen. "So ungefähr alle fünf Jahre bin ich dann wieder hin, oft auch meine Schwester und mein Bruder."

Als der Vilsecker in der Zeitung las, dass die Freihunger Reservisten an der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Soldatenfriedhofs teilnehmen (siehe den Artikel rechts), meldete er sich sofort für die Fahrt an. Er freut sich, dass der Gedenkakt mit dem Zeremoniell eine so beeindruckende Feier geworden ist: "Es hätte nicht ergreifender sein können."

Zum Thema:

Freihunger lösen Versprechen ein - Reservisten ehren Gefallene auf deutschem Soldatenfriedhof Niederbronn in Lothringen (mit Bildergalerie)
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