Zwei Marterln am sogenannten Zigeuner in Vilseck erinnern an Heimkehr
Wohlbehalten aus den Weltkriegen zurück

Vermischtes
Vilseck
28.04.2016
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Wandert man vom Ortsteil Axtheid über den Lohweg in Richtung Axtheid-Berg, kommt man am sogenannten Zigeuner vorbei. So hieß im Volksmund die große Linde, die vor etwa 20 Jahren einem Blitzschlag zum Opfer fiel. Eine neue Holzbank lädt dort zum Verweilen ein und gibt einen wunderbaren Blick auf Vilseck frei.

Der Flurname Zigeuner erinnert an eine alte Straße namens Zigeunerweg und daran, dass in diesem Bereich früher einer der vier Vilsecker Galgen stand. Dort befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Flurdenkmäler, die zum Dank für eine glückliche Kriegsheimkehr errichtet wurden.

Das Fenk-Marterl ist eine Sandsteinsäule und beherbergt im Innern Maria mit dem Jesuskind. Es wurde von einem Vorfahren der Familie Fenk (Röipl) aus Axtheid zum Dank dafür gesetzt, dass drei Söhne heil aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen waren.

Das Probst-Marterl, eine 2,25 Meter hohe Dolomitsäule, zeigt in der Nische des Kopfteils die heiligste Dreifaltigkeit. Der Stein wurde von Erhard und Michael Probst und Willy Hasenstab 1946 aus dem ehemaligen Truppenübungsplatzdorf Haag zum jetzigen Standort am Zigeuner transportiert. Mit diesem Marterl dankte die Familie Probst vom Ziegelanger für die glückliche Heimkehr der Söhne Michel, Heiner, Schorsch und Anton aus dem Zweiten Weltkrieg. Weil die ursprünglich geschnitzte Figur gestohlen worden war, ließ Heinz Probst das Marterl 1996 renovieren und ein neues Dreifaltigkeitsbild anbringen. Sehr zum Ärgernis der Familie Probst wurde nun dieses Bild von einem Unbekannten überstrichen - es sieht jetzt schlimm aus.
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