Bürgerverein setzt auf bewährtes Team
Jede Woche Heiligabend

Die Mitglieder wählten Dr. Volker Wappmann, Ulrich Schmidt und Renate Kirner (vorne, von rechts) wieder zu Vorsitzenden des Bürgervereins 1887. Die Kassengeschäfte führt Gerhard Schriml (vorne, links). Neuer Schriftführer ist Anton Amberger von Wittgenstein (links). Bilder: dob (2)
Freizeit
Vohenstrauß
15.03.2016
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Der Bürgerverein hat mit Adolf Danzer (rechts) ein neues Ehrenmitglied. Vorsitzender Dr. Volker Wappmann gratulierte.

Den Bürgerverein gibt es seit 129 Jahren. Seitdem gibt es auch die Gesellschaftstage, die an jedem Donnerstag über die Bühne gehen. Und an dieser Tradition soll auch künftig nicht gerüttelt werden.

"Der Donnerstag ist wie ein Heiliger Abend für den Bürgerverein", unterstrich Dr. Volker Wappmann in der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Drei Lilien". Dabei standen auch Neuwahlen auf der Tagesordnung.

Immer weniger Treffpunkte


Leider würden die Gasthäuser, in denen sich die Mitglieder treffen, immer weniger. Nachdem Inge Diermeier das Schützenhaus Vohenstrauß und Alexandra Dobner die Zoiglstube aufgegeben haben sowie der Schützenverein Oberlind keinen Pächter als Wirt besitzt, werden im Umland nur mehr die beiden Gaststätten in Altenstadt besucht. Beliebteste Treffpunkte sind die Gasthöfe "Drei Lilien", "Zur Post" und das "Türkeistüberl".

Nicht jedes Mitglied scheint über die Geburtstagsbesuche des Bürgervereins begeistert zu sein. Darum bat Dr. Wappmann um ehrliche Antworten, wenn jemand keinen Besuch wünsche. Manche Hausfrau meine, ein Riesenbankett auffahren zu müssen. "Ein Haferl Kaffee würde es uns aber schon reichen." Größten Zuspruch dagegen ernten die Beerdigungsansprachen des Vorsitzenden. Er sei davon jedes Mal berührt, wenn er nach den Trauerfeiern diesbezüglich Nachrichten erhalte.

329 Mitglieder gehören dem Bürgerverein an. 4 Neuaufnahmen stehen 8 Verstorbenen gegenüber. Kassier Gerhard Schriml berichtete über eine kleine Vermögensvermehrung. Eigentlich wollte Dr. Wappmann an zwei verdiente Mitglieder Ehrenurkunden überreichen, allerdings war es Gerda Münchmeier wegen ihrer schweren Erkrankung nicht möglich, an der Feier teilzunehmen. Für sie nahm Max Münchmeier die Urkunde und das Lob entgegen.

Bereits als Jugendliche seien der Vorsitzende und Gerda Münchmeier viel zusammen unterwegs gewesen. Die Vohenstraußerin gehört schon sehr lange zum Bürgerverein und war auch schon im Festausschuss bei der 100-Jahr-Feier aktiv eingebunden. Oft habe sie zwar sehr kritisch, aber immer ehrlich und offen die Vereinsarbeit begleitet.

Der zweite im Bunde, der zum Ehrenmitglied erhoben wurde, war Adolf Danzer, der sich vor allem um den Erhalt der Penzachhütte verdient machte. Mit beispiellosem Engagement habe er sich mit Ludwig Höcker bleibende Verdienste erworben und sei bis heute ein Aktivposten, wenn es um die Hütte im Penzachwald gehe. "Dass die Holzhütte so in Schuss ist, haben wir in erster Linie Dir zu verdanken", würdigte Dr. Wappmann. "Mit deiner Meinung hast du nie hinter dem Busch gehalten." Danzer sei schon früher beim Bürgerverein Mitglied gewesen, dann aber wegen Differenzen aus- und später wieder eingetreten, informierte der Sprecher.

Wappmann macht weiter


Gutscheine überreichte der Vorsitzende an den ausgeschiedenen Schriftführer Norbert Schwartz, der sich zwölf Jahre im Vorstand einbrachte und als Organisationstalent sehr fleißig gewesen sei. Außerdem gehört Schwartz zu einem der fleißigsten Besucher der Bürgertage. Ebenfalls ausgeschieden ist Gerhard Bayerl.. Einen Gutschein erhielt auch Johann Laubmeier, der zu jeder Zeit für den Bürgerverein eintrat, wenn Hilfe gebraucht wurde. Für die kommenden drei Jahre wählten die 43 Anwesenden Dr. Wappmann erneut zum Vorsitzenden. Stellvertreter sind Ulrich Schmidt und Renate Kirner. Um die Kasse kümmert sich weiterhin Schriml.

Die Schriftführertätigkeit übernahm neu Anton Amberger von Wittgenstein, der seit 1987 in Vohenstrauß lebt und in der Erzieherausbildung tätig war. Jetzt gehe er in Ruhestand und freue sich auf diese neue Herausforderung. Christian Dirscherl, Norbert Schwartz und Oswald Schmidt sind im Beirat tätig. Adolf Danzer und Uli Beck prüfen die Kasse.

"Nie mehr Tschechien"Glanzpunkt des Vereinsjahrs war die Fahrt nach Südmähren, obwohl einige Mitglieder im Vorfeld unkten: "Schon wieder Tschechien." Der Bus war voll und das Vergnügen groß, berichtete Vorsitzender Dr. Volker Wappmann. "Die Katastrophe" ereignete sich dann aber bei der Herbstfahrt nach Pilsen. "Dieses Mal schlug das Schicksal zu." Schuld sei er selbst gewesen, da er ein einsames, völlig abgelegenes Hotel ausgesucht hatte.

Das Essen sei spärlich und teuer gewesen. Kaum war der Ärger verflogen, folgte der nächste Schlag: Während die Reisegesellschaft noch im Hotel saß, versuchten Diebe, den Bus aufzubrechen. Die Tür war kaputt, eine Mappe des Vorsitzenden, aus der er glücklicherweise vorher noch das gesamte Geld genommen hatte, fehlte. Nur weil die Einbrecher von einem Teilnehmer überrascht wurden, hielt sich der Schaden in Grenzen.

"Nie mehr Tschechien", musste der Vorstand daraufhin versprechen und so gehe heuer die Jahresfahrt in den Westen. Probleme mit Kriminellen gab es auch im Penzachhaus mit der Fahnenstange, die gestohlen, aber wieder zurückgebracht wurde. (dob)
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