30-Jährige hat Leukämie - Typisierungsaktion in Vohenstrauß am 22. Februar
Anja will leben

Anja Spitzner ist an Leukämie erkrankt. Nur eine Stammzellentransplantation kann der 30-Jährigen helfen. Da bis jetzt noch kein passender Spender gefunden wurde, hoffen Angehörige und Freunde auf einen Treffer bei der Typisierungsaktion am 22. Februar. Bilder: dob (2)
Kultur
Vohenstrauß
24.01.2015
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Die 30-jährige Polizeiobermeisterin Anja Spitzner aus Vohenstrauß hat Leukämie. Der Schock in der Familie sitzt tief. Ihre letzte Hoffnung ist eine Stammzellentransplantation.

Nur ein Mensch mit dem gleichen genetischen Fingerabdruck kann Anjas Leben retten - es gibt keinen Plan B. Eine Stammzellentransplantation ist für die einzige Tochter von Annegret und Reinhard Spitzner die einzige Chance. Deshalb hofft Anjas Cousine Manuela Riffel aus Waldthurn nun auf eine breite Unterstützerfront und auf eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Nicht aussichtslos

Gemeinsam mit Freunden der Familie soll am Sonntag, 22. Februar, von 11 bis 16 Uhr in der Stadthalle eine Typisierungsaktion stattfinden. "Anja will leben", versichert die Waldthurnerin gerührt bei der Offensivaktion am Freitag im Rathaus, als sie von der schrecklichen Diagnose berichtet, die die Vohenstraußerin zwei Wochen vor Weihnachten erhalten hatte.

Bauchschmerzen machten der Polizistin zu schaffen, und deswegen drängte sie ihre Mutter, zum Arzt zu gehen. "Das Blutbild zeigte sich zunächst unauffällig, doch eine Punktion des Knochenmarks erbrachte die schlimme Diagnose. Die junge Polizistin kann nur überleben, wenn es irgendwo auf der Welt einen Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, und der zur Stammzellenspende bereit ist", machte Riffel die schwere, aber nicht aussichtslose Lage deutlich.

Leukämie ist heilbar und Anja hat eine Chance, wenn sie eine Stammzellenspende bekommt. Derzeit liegt die Patientin im Uniklinikum Regensburg und bekommt den zweiten Block Chemotherapie.

Als feststand, dass nur eine Stammzellentransplantation das junge Leben retten kann, entwickelte sich aus dem Freundeskreis der Familie mit Johann Balk und Werner Hanauer, später kam noch Günther Nößner dazu, eine Helferfront, die sich mit dem Pfarrgemeinderat beim Aktionstag bei der Versorgung der Spender mit Wurstsemmeln und selbstgebackenen Kuchen einbringen will. Ärzte und Arzthelferinnen hätten ebenfalls bereits Unterstützung signalisiert. Nicht nur Anja, sondern viele andere Leukämiekranke könnten aus dieser Typisierungsaktion Hoffnung schöpfen.

"Die gesamte Familie ließ sich bereits testen, aber keiner passte", war Manuela Riffel enttäuscht. Dann packte die Waldthurnerin der Aktionismus, und sie begann zu organisieren, nahm mit Betreuer Daniel Wilhelm von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) Kontakt auf und stellte die Typisierungsaktion auf die Beine. Mit Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Landrat Andreas Meier waren schnell Schirmherren gefunden.

Auch Kollegen machen mit

Aufgeben kommt für Riffel nicht in Frage. Dafür ist ihre Cousine viel zu jung. Zusammen sind sie aufgewachsen. "Das verbindet", erzählt sie. Bislang ist die weltweite Suche für Anja ergebnislos verlaufen. Jetzt setzen die Angehörigen alles auf den 22. Februar. Möglichst viele Menschen sollten dann nach Vohenstrauß kommen und ihr Blut für Anja testen lassen. Bayernweit sollen sich auch die Polizeikollegen von Anja an einer internen Aktion beteiligen können, hieß es.

Vom städtischen Bauhof habe sich bereits ein Mitarbeiter gemeldet, der ein Spanferkel für die ganze Helferschar spendieren will. "Es ist gut, dass es solche Leute gibt, die die Initiative ergreifen", freut sich Wutzlhofer, der sich schon selbst längst typisieren ließ.
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