Das Arte-Ensemble begeistert in Vohenstrauß mit Klarinettenquintetten und Streichtrio - ...
Glänzende Perlen der Kammermusik beim Rathauskonzert

Kathrin Rabus (von links), Theresia Stadlhofer, Stefanie Dumrese, Ute Sommer und Guido Schäfer begeisterten beim Rathauskonzert in Vohenstrauß. Bild: Donhauser
Kultur
Vohenstrauß
21.10.2014
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Rathauskonzert fuhr am Sonntag mit dem Arte-Ensemble reiche Ernte ein. Über Jahre hat man hier eine Kammermusiktradition gepflanzt, gehegt und gepflegt. Der Saal war quasi überbucht. Das Ensemble kann aus seinem Musikerfundus viele unterschiedliche Besetzungen zusammenstellen, diesmal ein Streichtrio für Beethovens op. 9/1 in G-Dur und ein Klarinettenquintett für KV 581 A-Dur von Mozart und op. 115 h-Moll von Brahms.

Perfekt abgestimmt

Die Klarinette bediente Guido Schäfer und brillierte bei den Werken mit makelloser Spieltechnik. Höchste und tiefste Lagen waren vollkommen ausbalanciert, das schwerelose Pianissimo ebenso wie das schneidende Forte. Keinerlei Anflug von Mühe lenkte von der Musik ab. Schäfer hatte immer Ohr und Kopf frei, mit seinen Partnern zu kommunizieren und die Musik wie selbstverständlich wachsen und blühen zu lassen.

Bei den Quintetten korrespondierten die weich artikulierenden Streicher gut mit Schäfers Ton. Der Primaria Kathrin Rabus half auch der weiter innen gegriffene Bogen. Sie spielte mit Theresia Stadlhofer perfekt zusammen. Stefanie Dumrese faszinierte mit Bratschenklang. Ute Sommer lieferte mit ihrem Cello das Bassfundament. Brahms zauberte mit nur fünf Instrumenten einen symphonischen Sound aus dem Hut. Bei meditativen Stimmungen und wuchtiger Dramatik lief das Arte-Team zu großer Form auf. Trotz der bei Streichern nicht gerngesehenen Tonart H-Dur erlitt die Intonation keinerlei Trübungen. Die verschränkte, komplexe Rhythmik, für die Brahms berüchtigt ist, stand klar und stabil im Raum. Professionell meisterten die Streicher auch die Unart des Komponisten, ihre Zunft einem Feuerwerk an zerlegten Dreiklängen auszusetzen. Der souverän musizierte, aber in gedämpftes Licht getauchte Mozart hinterließ einige Fragen. Man hatte hier die Lautstärkekontraste gemildert. Manche Forte-Überraschungen waren durch ein anwachsendes Piano entschärft, Dimmer statt Lichtschalter und Blitzlicht, mehr Biedermeier als Brisanz.

Sensibles Meisterstück

Anders bei Beethovens Trio: Die Streicher agieren hier als drei gleichviel bedachte Solisten, der erschreckend durchsichtige Tonsatz lässt keine noch so kleine Unebenheit verborgen. Die Musikerinnen lieferten hier ihr Meisterstück ab. Konzentriert, mal kantig, mal sensibel, eher mit gereifter Souveränität als aufgeputschtem Furor weckten sie Lust auf mehr aus diesem Genre, das bei Weitem nicht so üppig versorgt ist wie das Streichquartett.
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