Dozentenkonzert "Alte Musik"
Mit Gefühl am Blasebalg

Martin Erhardt, Eva Susanna Kuen und Sonja Kemnitzer (von links) boten in der Friedrichsburg beeindruckende Klänge. Bild: fjo
Kultur
Vohenstrauß
10.08.2016
45
0

"Diletto musicale" war das Konzert am Sonntag in der Friedrichsburg überschrieben. Vor allem die Flötenmusik aus vergangenen Jahrhunderten schuf im altehrwürdigen Gemäuer einen Kunstgenuss der Extraklasse.

Von 1400 bis ins 18. Jahrhundert reichte die Auswahl im abwechslungsreichen Programm. Sonja Kemnitzer, Eva Susanna Kuen und Martin Erhardt hatten sich bei ihrem Konzert der Dozenten des Kurses "Alte Musik" für eine Besetzung der Stücke durch zwei Blockflöten in Begleitung eines Cembalos entschieden. Wegen zweier weiterer Veranstaltungen waren allerdings nur etwa 30 Musikliebhaber ins Schloss gekommen.

Auftakt war mit der Triosonate in d-moll von Johann Christian Schickhardt. Mit einer Improvisation nach Henry Purcell ließ Erhardt im Anschluss gleich ein bisschen etwas von seiner Begabung als Komponist aufblitzen. Er ist Autor eines Lehrbuchs und Leiter des Leipziger Improvisationsfestivals. Daran knüpfte das Trio die Sonate in d-moll von Anne Danican-Philidor.

Liturgisches Werk


Nicht nur zwei Cembalos und viele verschiedene Blockflöten bestimmten den Abend, sondern auch ein Organetto, eine Art kleine Orgel. Damit spielte Erhardt das liturgische Werk "Alleluja zu Mariä Himmelfahrt" im Stil der Gregorianik. Das außergewöhnliche Instrument ermöglichte durch eine gefühlvolle Bedienung des Blasebalgs mit der linken Hand eine wesentliche Einflussnahme auf die Töne.

Die Ballade "Dicovi per certanza" führte als ältestes Stück über 600 Jahre in die Vergangenheit zurück. Erhardt sang jene Zeilen, die von einer misslungenen Flucht vor der Liebe erzählen. Drei Werke der italienischen Renaissance bildeten den Mittelteil des kurzweiligen Abends, bevor die Melodie "Wie schön leuchtete der Morgenstern" in einer Improvisationsfassung am Cembalo solo erklang. Eine kanonische Sonate und die Sonate opus 5 Nummer 4 in f-dur von Arcangelo Corelli beendeten das Programm. Ein langanhaltender Schlussapplaus war der verdiente Lohn für die Musiker.
Weitere Beiträge zu den Themen: Schloss Friedrichsburg (10)Alte Musik (4)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.