Hubert Treml und Franz Schuier auf "TriffNix"-Terrasse
Im Chor mit Zuhörern

Kurzerhand auf die Terrasse der Kegelbahn "TriffNix" verlegten Franz Schuier und Hubert Treml (von rechts) ihr Gastspiel angesichts des herrlichen Sommerabends. Bild: fjo
Kultur
Vohenstrauß
28.08.2016
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Selten gibt es in der Stadt ein Freiluft-Musikkabarett? Trotzdem versäumten weit mehr Gäste als gedacht, das besondere Ambiente eines erfreulichen Abends.

Altenstadt/Voh. Die Vorbereitung der Wirtsfamilie Hilburger war umsonst. Als das wohl derzeit bekannteste Duo Nordbayerns ankam, gab es nur ein Thema: "Wir wollen auf die Terrasse." Gesagt, getan! Pünktlich mit dem Verschwinden der Sonne erklang das erste "Halleluja; jetzt geht's los" draußen. Das gefiel auch den Gästen, deren Zahl jedoch mindestens zur Hälfte hinter den Erwartungen von Künstlern und Veranstalter zurückblieb.

Vom ersten Takt weg zauberten Hubert Treml und Franz Schuier trotzdem oder vielleicht gerade deswegen fröhliche Mienen auf all jene, die sich dieses Spektakel im "TriffNix" nicht entgehen ließen. Schließlich enthielt die musikalische Reise zum Titel "Leb'n is a Glücksach" auch die neue G'schicht vom Brandner Kasper, welche "just zu unsrer Zeit" spielt.

Gereimte Mundart


Bereits beim "Besten Freind" sprang der Funke dermaßen über, dass der Refrain des Zuschauerchors weit über den Horizont erklang. Die aufmerksamen Gäste lauschten jeder Silbe und gaben einer breiten Heiterkeit schnell Raum. Mit den Geschichten und Liedern in Mundart war das kein Problem. Die Themen passten und die Reime erst recht, zumal die Aktualität nie zu kurz kam.

Das bewies auch das Stück "Ei, ei, ei - mir fahr'n eine in d'Tschechei". Darin erfuhren die Gäste obendrein, dass der Schornsteinfeger aus Eger jetzt Fliesenleger ist - in Wunsiedel. Und als sich alle im dunkel werdenden Garten fröhlich im eigenen Dialekt sonnten, passte das "Drunt va da Noo, dou stamm'e oo" wie die sprichwörtliche "Faust aufs Auge".

Von Bayerns höchstem Norden führte die in eine lustige Reise auf der B 15 eingebettete Rahmenhandlung ab Hof über Tirschenreuth, wo das Motto erstmals eindrucksvoll durch die Wortklauberei des "Stodltürltouas" in den Vordergrund rückte. "Wenn man meint, nicht dem Herzen, sondern der Pflicht folgen zu müssen" erklärte Treml. Als Weiden erreicht war, rückte der Frontmann seinen Heimatort schwerpunktmäßig mit allerhand Klamauk und Spaß in den Mittelpunkt.

Dank mit Hautkontakt


Die eingeflochtene Story vom "Wackel-Elvis" wollten die Zuhörer schon beim ersten Aufruf lautstark fordernd unbedingt hören. Dabei trat die heimelige Wohnzimmer-Atmosphäre beim persönlichen Dank Tremls zu einzelnen Applausgebern in der ersten Reihe überspitzt zum Vorschein. Kaum jemand konnte sich des Eindrucks verwehren, dass da 200 Prozent live agiert wurde.

So schlug sich das Duo mit seiner Geschichte um die drei Hauptpersonen und einen alten Bulldog mit einer kurzen Pause dazwischen über das Tegernseer Tal letztlich bis Rosenheim durch. Die besondere Art von Humor, die nicht unter die Gürtellinie ging und nie verletzend ausschweifte, verdient eine extra Erwähnung. Über Wortklaubereien, vielfache Reime und überschwänglichen Instrumentaleinsatz, kam das Agieren beider Interpreten nicht zu kurz. So schnappte sich Schuier schon mal einen der leer gebliebenen Stühle, um die Lehne zunächst als Schlagzeug für das Bremslied zu verwenden. Danach setzte er damit gleich die gesamte Unfallszene dar.
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