Vohenstraußer Blasmusik
Große Virtuosität und Präzision

Das Frühlingskonzert der Vohenstraußer Blasmusik unter Leitung von Johannes Gruber im Rathaussaal war ein Hörgenuss erster Güte. Bild: dob
Kultur
Vohenstrauß
14.04.2016
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"Blasmusik ist wieder in, und sie kehrt in die Konzertsäle zurück", ist Kapellmeister Johannes Gruber überzeugt. Den Beweis erbrachte die Vohenstraußer Blasmusik im vollbesetzten Rathaussaal beim zweistündigen Frühlingskonzert.

Das Publikum hörte Blasmusik vom Feinsten, geprägt von ausgezeichneten Solobeiträgen und professionellem Sound. Gruber begrüßte auch Dekan Alexander Hösl, der ihnen kostenlos den Probenraum im Pfarrheim zur Verfügung stellt. Ebenso freute sich Gruber über den Besuch von Gründungsmitglied Erwin Scholz, der sich jahrelang als Klarinettist in die Gruppe eingebracht hatte.

Musikalische Leidenschaft


Seit 16 Jahren besteht die Vohenstraußer Blaskapelle. Einige Musiker sind von Beginn an dabei. "Jeder ist engagiert und bringt sich mit seinen ganz persönlichen Fähigkeiten in diese Gemeinschaft ein", informierte der Kapellmeister. "Ich bin stolz auf diese Mannschaft." Noch dazu stecke kein finanzieller Hintergrund sondern lediglich die musikalische Leidenschaft dahinter.

Nötige Verschnaufpausen


Als bestens gelaunter Moderator hielt Gruber das Publikum mit Ansagen zu den Titeln auf dem Laufenden und verschaffte so den Musikanten die nötigen Verschnaufpausen. Von Robert Payer und der Original Burgenlandkapelle stammten die "Annelie"-Polka und der Walzer "Drei blühende Linden". Konsequent böhmisch war der "Musikantenstolz" der Blasmusikikone Ernst Mosch, bevor Michael Klostermanns "Die Zeit der Rosen" folgte.

Der Blasmusikabend lebte von den glanzvollen Darbietungen der Solisten, die ihre Instrumente ausnahmslos mit großer Virtuosität, einzigartiger Präzision und flinker Fingerfertigkeit spielten. Max Hochwarth aus Eslarn verzauberte mit der Romanze "Mein verträumtes Flügelhorn" die Zuhörer. "Unvergessliche Stunden" bescherte im Anschluss die Polka, die von Klaus Rustler aus Tirschenreuth stammt.

In die Welt des erwachenden Frühlings und der wiedereröffneten Gartensaison nahmen die Musikanten die Zuhörer bei der Garten-Polka mit, nachdem das flotte "Heute ist ein Ehrentag" von Daniel Käsbauer verklungen war. Mit dem nächsten Stück "Gefällt mir" entließ die Gruppe das jetzt bereits restlos begeisterte Publikum in die Pause.

Ein Billy-Vaughn-Medley leitete den zweiten Teil ein. Die Posaunen durften sich dabei so richtig ausleben, Tubist Thomas Mort aus Luhe-Wildenau erwies sich als Motor des Orchesters. Den Saxofon-Satz bewältigten scheinbar mühelos Christine Steinberger, Tanja Messer und Sabrina Norgauer. "Im kleinen Dörfchen" beschrieben die Akteure die Dorflandschaft.

Dann hatte Ludwig Michl seinen großen Auftritt mit der "Romanze für Tenorhorn". Hans Prem steuerte Trompetentöne bei - das Publikum war hin und weg. Es folgten Moschs "Blasmusikjuwelen" sowie die schmissige Polka "Liebe und Musik". Juwelen in der Vohenstraußer Blasmusik waren außer den bereits genannten Musikanten Anja Kleber (Klarinette), Waltraud Janner Stahl (Bariton), Dieter Mittelmeier, Josef Golwitzer (Posaune), Michael Müllner (Schlagzeug), Reimund Mittelmeier, Rudi Salomon, Josef Schneider sowie Karl Völkl (Flügelhorn).

Stehende Ovationen


Mit zwei von Sehnsucht erfüllten Walzern, "Heimkehr aus der Fremde" und "Bei Kerzenlicht", läutete die Kapelle das Ende des Konzerts ein. Eigentlich hätte die "Lottchen"-Polka das letzte Stück sein sollen. Doch das Ensemble hatte die Rechnung ohne die Zuhörer gemacht, die mit stehenden Ovationen und großem Applaus Zugaben forderten. Der Melodienreigen schloss daher mit den Liedern "Egerländer Traum", "Egerländer Heimatland" und dem "Böhmischen Traum".
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