Abriss kein Tabu mehr

Die Stadthalle ist mit ihren 39 Jahren nicht mehr gut in Schuss. Der Stadtrat muss sich entscheiden, was mit dem Gebäude passieren soll. Eine Generalsanierung dürfte mindestens drei Millionen Euro kosten. Die Stimmen für einen Abriss und einen zweckmäßigen Neubau werden immer lauter. Bild: ck
Lokales
Vohenstrauß
07.11.2014
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Stadthalle und Sportzentrum beschäftigen den Stadtrat seit Jahren. Keine Frage ist es, die Sanierungen rund um den Fußballplatz voranzutreiben. Kopfzerbrechen bereitet dagegen die marode Stadthalle. Viele Räte sind gegen eine Generalsanierung und wünschen sich eine andere Lösung.

Das Thema Stadthalle stand eigentlich nicht auf der Tagesordnung. Trotzdem entfachte Martin Gleixner am Ende der Stadtratssitzung am Donnerstag eine Diskussion, die zeigte, dass vielen Räten der schlechte Zustand des Gebäudes ein Dorn im Auge ist. Alle waren sich einig, dass bald eine Entscheidung getroffen werden sollte, was mit dem Bau passieren soll.

Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier, der die Sitzung für den verhinderten Bürgermeister Andreas Wutzlhofer leitete, regte an, einen Arbeitskreis "Stadthalle" zu gründen.

Gleixner erzählte, dass die Freien Wähler bei einer Besichtigung der Stadthalle zunächst die energetische Sanierung des Gebäudes im Blick hatten. Im Laufe des Rundgangs sei aber klar geworden, dass nur mehr eine Generalsanierung oder der Abriss zur Debatte stehen könne. Gleixner: "Wir müssen uns zeitnah Gedanken machen, was mit dem Gebäude passieren soll." Alleine die Sanierung der Heizungs- und Lüftungsanlage, so Bernhard Kleber, werde rund 1,5 Millionen Euro verschlingen.

Teilsanierung nicht möglich

Bauamtsleiter Johann Balk erklärte, dass man zunächst ein Nutzungskonzept brauche, bevor man Architekturbüros damit beauftrage, den Gebäudebestand zu untersuchen. "Bei einem umbauten Raum von rund 10 000 Kubikmetern wird eine Generalsanierung unter drei Millionen Euro nicht zu bekommen sein", gab Balk zu bedenken. Eine Teilsanierung sei nicht machbar. Mehrere Stadträte stimmten dem zu und sprachen von "rausgeschmissenem Geld". Jeder Euro, der jetzt noch in die Stadthalle gesteckt werde, sei "für die Katz'". Das Thema kommt in der nächsten Sitzung auf die Tagesordnung.

Keine Einwände gab es gegen die Sanierungsmaßnahmen am Sportzentrum. Sie Stadt wird demnach die Generalsanierung bei der Regierung der Oberpfalz für das Haushaltsjahr 2015 anmelden. Die Kosten werden sich auf rund 350 000 Euro belaufen. Folgende Anlagen werden saniert: vier Laufbahnen mit 400 Metern Länge, sechs Sprintbahnen mit 130 Metern Länge, zweibahnige Weitsprunganlage, dreibahnige Kugelstoßanlage, kombinierte Weit- und Dreisprunganlage. Die derzeit befestigte Fläche am nördlichen Rand des A-Platzes soll zurückgebaut und mit einer Sportrasenfläche ausgestattet werden. Für die Laufbahnen werden Fördermittel von rund 40 Prozent (167 000 Euro) erwartet. Die Pläne und die Bauausführung übernimmt das Ingenieurbüro Bamler.

Einstimmig legten de Stadträte das Jahresprogramm 2015 in Sacen "Stadtumbau-West" fest. Der Ausbau der Bahnhofstraße im nördlichen Bereich wird 400 000 Euro kosten. Für die Neugestaltung der Verkehrs- und Freifläche Friedrichsburg sind 150 000 Euro eingeplant. Das Sanierungsträgerhonorar beträgt 40 000 Euro, die städtebaulichen Beratungen kosten 20 500 Euro. Für die Überarbeitung der Gestaltungsfibel sind 30 000 Euro einkalkuliert. Von den insgesamt 640 500 euro Gesamtkosten gibt es einen 60 Prozent-Zuschuss (384 300 Euro). Der Eigenanteil der Stadt beträgt 256 200 Euro.

Zusammen mit Moosbach

Mit dem Markt Moosbach wird die Stadt künftig enger zusammenarbeiten, wenn es um den Breitbandausbau geht. Die beiden Gemeinden werden ihre Planungen aufeinander abstimmen. Es profitieren beide Kommunen davon, weil sie dann vom Freistaat finanziell noch besser gefördert werden.
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