Acht Einsätze in drei Tagen

Beim Ausbildungswochenende der Jugendgruppe durften die Teilnehmer unter realen Bedingungen sogar mit der Rettungsschere üben und Verletzte aus dem Wrack bergen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
12.08.2015
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Die Jugendgruppe der Feuerwehr Vohenstrauß erlebte ein aufregendes Wochenende im Gerätehaus. Zum elften Mal hatte die Rettungskräfte diese arbeitsintensiven Tage organisiert. Doch selbst die alten Hasen in der Gruppe hatten keine Langeweile.

Die Jugendwarte Thomas Beierl, Matthias Neumann und Anton Schwägerl hatten einige neue Ideen umgesetzt. Kaum waren die Jugendlichen eingetroffen und dabei, ihr Bettenlager herzurichten, ging der Hausalarm. Ein Werkstattunfall leitete das Wochenende ein.

Mit Hebekissen befreiten die Teilnehmer eine verunglückte Person, die unter einem Auto eingeklemmt war. Kaum wieder im Gerätehaus zurück, wartete nach dem Abendessen eine Katze auf Rettung, die in einen Schacht gestürzt war. Als es bereits dunkel wurde und sich die geschafften Jungfeuerwehrleute schlafen legen wollten, ging wieder der Alarm. Die Einsatzmeldung: "Brand eines Holzhaufens am Fuchssteinach". Weil das Feuer wegen der langen Trockenheit auf das Gebüsch überzugreifen drohte, mussten sie schnell handeln und eine Wasserversorgung aufbauen.

Bei diesem Einsatz merkten die Mädchen und Buben zum ersten Mal intensiv, wie wichtig Zusammenarbeit bei der Feuerwehr ist. Denn ohne gegenseitige Hilfe hätte es das Team nicht geschafft, diesen Brand zu löschen.

Hitze macht zu schaffen

Wie schwierig sich die Rettung einer leblosen Person aus dem Löschwasserbehälter gestaltet, erlebten die Jugendlichen tags darauf. Ehe die nächste schwierige Einsatzmeldung eintraf, schienen die ersten Teilnehmer angesichts der Hitze richtig geschafft zu sein. Erneut stand eine Personenrettung aus dem Klärbecken der Kläranlage auf dem arbeitsreichen Plan. Mit dem Rollgliss und der Drehleiter wurden die Einsatzkräfte in das leere Klärbecken abgelassen und retteten die verunglückte Person.

Der sechste Einsatz des Wochenendes - ein Verkehrsunfall - war wieder sehr realistisch, da in dem Auto zwei lebende Opfer saßen. Trotz der Hilfe-Schreie hieß es für die Jugendlichen, Ruhe bewahren und der Arbeit nachzugehen. Die Nachwuchskräfte rückten mit dem Rettungsspreizer und der Rettungsschere an und befreiten die Personen über das abgeschnittene Dach.

In der Nacht waren einige Teilnehmer schon sehr erschöpft und legten sich früh schlafen. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Die "Malertruppe" rückte mit Edding und Nagellack an und machte sich eifrig an die Arbeit. Drei Buben hatten anscheinend einen so tiefen Schlaf, dass sie gar nicht merkten, wie ihnen die Kameraden mit dem Fön die Füße wärmten und sie im ganzen Gesicht verschönerten.

Der nächste Morgen war für alle sehr hart, denn erneut ertönte der Hausalarm. "Manche erinnerten sich später nicht mehr daran, wie sie es bis in den Umkleideraum oder in das Feuerwehrauto geschafft hatten", versicherte Beierl. Das Beseitigen einer Ölspur war dieses Mal der Arbeitsauftrag. Doch das war noch längst nicht das Ende der Fahnenstange. Gähnend eilte die Gruppe danach zum nächsten, aber nun letzten Einsatz: Gülle war in einen Bach gelaufen.

Viele neue Erfahrungen

Die Teilnehmer dankten Feuerwehrfrau Brigitte Süss, die den Jugendlichen an den drei Tagen kulinarisch versorgt hatte. "Obwohl es sehr anstrengend und ein Wochenende mit wenig Schlaf war, hatten wir sehr viel Spaß und haben einiges an Erfahrungen dazu gelernt. All diese Erkenntnisse brauchen wir für unseren späteren Dienst in der aktiven Wehr. Das Wichtigste ist allerdings, dass man nur gemeinsam etwas bewegen kann", versicherte Teilnehmerin Magdalena Süss.
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