Älteste Wehr feiert Jubiläum

Mit Blasmusik zogen Feuerwehrmänner und Musikanten Richtung Stadtpfarrkirche. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
18.05.2015
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Im Oktober 1865 wütete in der Marktgemeinde Waldthurn ein Großfeuer und äscherte den Markt fast komplett ein. Dieses Großfeuer gab einigen mutigen Männern zwei Monate später in Vohenstrauß Anlass, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, um so besser gegen Brände gewappnet zu sein.

Heute ist die Feuerwehr die älteste und größte im Landkreis Neustadt. Darauf sind die Vohenstraußer ungemein stolz. Deshalb wollten sie ihren 150. Geburtstag auch ausgiebig drei Tage lang feiern und starteten am Freitag mit der Abholung des Waldthurner Patenvereins auf dem Raiffeisenplatz, der ausgerechnet aus jener Gemeinde kommt, die damals die Initialzündung zur Gründung gab. "So schließt sich der Kreis wieder", merkte Vorsitzender Peter Grosser an.

Gedenken an Verstorbene

Der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler strahlte übers ganze Gesicht, als er sich mit seinen Feuerwehrkräften in den Festzug einordnete, der vom großen Vereinsorchester aus Waidhaus unter Leitung von Hermann Mack angeführt wurde. Das erste Gedenken galt anschließend auf dem Friedhof den verstorbenen Feuerwehrkräften. Grosser legte am Ehrenmal einen Kranz nieder.

Aus der gesamten Region gaben sich die Wehrleute bei bestem Festwetter ein Stelldichein und zogen mit ihren Fahnen und Standarten über die Schöferkreuzung in Richtung katholische Stadtpfarrkirche zum Floriansgottesdienst mit Dekan Alexander Hösl und dem evangelischen Stadtpfarrer Peter Peischl, der sich vorweg bereits in Feuerwehr-Uniform als aktiver Kamerad in den Zug einreihte.

"Gott zur Ehr"

Seit 150 Jahren sind Männer und mittlerweile auch Frauen unter dem Motto "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr" angetreten. Ihr Ziel war es, Leib und Leben, Hab und Gut derer zu schützen und zu bewahren, die von Feuer oder anderen Unglücken bedroht oder gar getroffen waren, fasste Dekan Hösl zusammen. Diese Hilfe für andere, die Hilfe für jedermann, ohne Ansehen der Person, stelle Jesus beispielhaft im Gleichnis vom barmherzigen Samariter vor Augen. Magdalena Süss von der Stützpunktwehr übernahm die Lesung, in der es hieß: "Dient einander als guter Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat."

In den Mittelpunkt ihrer Predigt stellten die beiden Stadtpfarrer Knoten, die sie vor den Augen der Gottesdienstteilnehmer banden und mit ihnen näher betrachteten. "Einen Knoten in ein Taschentuch machen", sei ein guter Brauch um sich an etwas Wichtiges zu erinnern. Pfarrer Peter Peischl band den Rettungsknoten oder Pfahlstich, der Menschen in Extremsituationen sichern könne. Dieser Knoten sei wohl einer der schwierigsten, aber wenn er sitze, dann sei er wichtig und hilfreich zugleich. "Das Rettungsseil Jesu ist das Kreuz, der Rettungsknoten der Glaube", zog Pfarrer Peischl einen bildhaften Vergleich. Schließlich wurde noch der Kreuzknoten von Dekan Hösl gebunden und in den Blick genommen. Dieser Knoten erinnere daran, die Verbindung mit Jesus Christus aufrecht zu erhalten.

Annalena Dobmeier, Korbinian Kraus und Claudia Feneis, die alle aus dem Nachwuchs der Jubelwehr kommen, trugen die Fürbitten vor. Abschließend wünschten die beiden Pfarrer der Vohenstraußer Feuerwehr eine glückliche Entwicklung und Gottes Segen. Nach dem Einzug ins Festzelt leitete die Bayern- und Deutschlandhymne den Festabend ein. Grosser zollte dem Waldthurner Patenverein mit den Vorsitzenden Andreas Troidl und Kerstin Hammerl Lob und gestand: "Mit euch Waldthurnern im Rücken können wir an diesem Wochenende richtig Gas geben und kräftig feiern."

Geldspende für die Wehr

Ungemein stolz auf seine Stützpunktwehr zeigte sich Bürgermeister Andras Wutzlhofer: "150 Jahre im Dienste des Nächsten und was hier geleistet wird, sind unbeschreiblich." Doch auch die anderen anwesenden Feuerwehrkräfte ließ er nicht aus dem Blick: "Unsere Wehren in der Region erledigen einen tollen Job mit viel Freizeitopfer, selbstlos und uneingeschränkt." Für den Jubelverein gab es vom Schirmherrn noch eine Geldspende obendrein. Glückwünsche überbrachte ebenso Kreisbrandinspektor Johann Rewitzer, der allen Teilnehmern ein unvergessliches Fest wünschte.
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