Als Heimatkundler feste Größe

Lokales
Vohenstrauß
26.11.2015
23
0

Peter Staniczek steht nicht mehr an der Spitze des Heimatkundlichen Arbeitskreises. In der Mitgliederversammlung informierte er über die Gründe. Ein würdiger Nachfolger steht jedoch schon bereit.

Knapp 30 Jahre war der Hauptschulkonrektor a. D. Staniczek Chef des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HAK). Er betrieb mit einer kleinen Schar an Forschern und Wissbegierigen Heimatpflege mit Herz und Verstand. Oft legte er seine Finger in offene Wunden, sprach Probleme direkt ohne die Hand vor dem Mund an. Wenn seine Wegbegleiter auch nicht immer konform mit ihm waren, mit großem Respekt begegneten sie ihm allemal. Er ist eine feste Größe.

In der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Gasthaus "Schübl'adl" erklärte der bisherige Vorsitzende, aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stehen. Seine vielen Krankenhausaufenthalte in den vergangenen Monaten ließen eine geregelte Arbeit für den HAK nicht mehr zu, deswegen wolle er den Vorsitz abgeben, begründete Staniczek. Seine Nachfolge hatte er von langer Hand geplant und mit Heiner Aichinger einen würdigen Mann gefunden, der sich längst in die umfangreiche Materie der Heimatforschung eingearbeitet hat.

"Seele und Motor"

"Es ist eine wahnsinnige Aufgabe und eine hervorragende Leistung, die du erbracht hast", würdigte Aichinger. "Du kannst mit Fug und Recht als Seele und Motor des HAK bezeichnet werden." Eine entsprechende Ehrung und Würdigung werde sich die Gemeinschaft noch überlegen. Bester Termin könnte dafür Staniczeks 70. Geburtstag im kommenden Jahr sein. Mehr wollte Aichinger jedoch nicht verraten.

Am 29. Januar 1986 wurde der HAK an das Volksbildungswerk angegliedert und dabei stellte sich Staniczek als Nachfolger von Otto Würschinger vor. Aus der Taufe gehoben wurde der HAK am 14. Februar 1978 im Zeichen des Jubiläums "600 Jahre Erstnennung Stadt Vohenstrauß". Staniczeks über Jahrzehnte herausragendes ehrenamtliches Engagement wurde schon mit vielen Medaillen, Preisen und Urkunden vom Landkreis bis hinauf nach München im Wissenschaftsministerium mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik gewürdigt. Unzählige Beiträge zur Denkmal- und Museumspflege, zur Erhaltung und Gestaltung der Kulturlandschaft und zur Pflege des Brauchtums wurden von ihm herausgegeben.

Seit 1988 ist Staniczek auch Kreisheimatpfleger. Ein Höhepunkte seines Schaffens war 1993 die Eröffnung des Heimatmuseums. Von ihm stammte die Idee, zwei alte Ackerbürgerhäuser an der Sophienstraße zu sanieren. Darin organisierte der 69-Jährige seither unzählige Sonderausstellungen, Vortragsabende, Museumsfeste und Aktionstage. Seit 1994 gehört er unter anderem auch dem Vorstand des Verbands Bayerischer Geschichtsvereine an und bringt sich als Schriftführer ein.

Künftig Stellvertreter

Aichinger dachte aber auch an Staniczeks Ehefrau Elisabeth, die wegen seiner HAK-Arbeit viel auf ihren Ehemann verzichten musste, und überreichte Blumen. Natürlich werde er sich weiterhin mit seiner Kraft einbringen und die Organisation unterstützen, wenn es seine Gesundheit erlaube. Deutlich wurde diese Aussage gleich im Anschluss, als sich Staniczek bei der Neuwahl zum Stellvertreter Aichingers bestimmen ließ.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.