Anwalt blitzt ab

Lokales
Vohenstrauß
10.11.2014
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Keinerlei Anlass sah der Stadtrat unlängst, den Bebauungsplan für die Ferienanlage "Maximilianshof" in Böhmischbruck zu ändern oder gar aufzuheben. Dies hatte ein Rechtsanwalt im Namen seiner Mandanten - einem Ehepaar aus Nürnberg - beantragt.

Hintergrund ist einmal mehr das Dauerwohnverbot, das es dem Ehepaar offenbar unmöglich macht, sein Wohnhaus in der Ferienanlage zu verkaufen. Sämtliche Verkaufsbemühungen seien bislang an dem im Bebauungsplan festgelegten Dauerwohnverbot gescheitert. Die Kaufinteressenten wollten das Haus als Erstwohnsitz nutzen. An einer Nutzung der Immobilie lediglich als Ferienhaus sei keiner der potenziellen Käufer interessiert. Nun beantragte der Rechtsanwalt die Änderung beziehungsweise Aufhebung des Bebauungsplans. Damit wäre das Dauerwohnverbot aufgehoben und seinen Mandanten sehr geholfen.

Finanzieller Pferdefuß

Geschäftsleiter Alfons Sier, der seit Jahrzehnten mit dem Fall "Maximilianshof" betraut ist, erklärte den Stadträten in der letzten Sitzung die Risiken und Verpflichtungen, die sich aus einer Planänderung für die Stadt und das Landratsamt ergeben könnten. Unter anderem würden sich all jene Eigentümer, die ihre Appartements und Bungalows an Feriengäste vermieten, sicherlich vehement dagegen zur Wehr setzen, da sie bereits jetzt vorbringen, dass eine wirtschaftliche Vermietung in einem allgemeinen Wohngebiet nicht möglich sei. Das größte Problem wäre für die Stadt, dass sie dann für sämtliche Erschließungsanlagen in dem Gebiet zuständig wäre. Die Kommune müsste die Straßen und Wege übernehmen und in Ortsstraßen umwidmen. Bei einem Um- und Ausbau kämen erhebliche finanzielle Belastungen auf die Stadt zu.

Auch Wasserleitung, Kanal und Straßenbeleuchtung müssten bei einer Ausweisung als allgemeines Wohngebiet öffentlich sein. Die Stadt müsste untersuchen lassen, wo die Leitungen verlaufen und in welchem Zustand sie sich befinden.

Nach den detaillierten Erläuterungen des Geschäftsleiters blieb den Stadträten nur mehr die Ablehnung des Antrags übrig.
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