Bezirksversammlung der Volkshochschulen tagt in Vohenstrauß - Große Anzahl der Flüchtlinge ...
Auf der Suche nach qualifizierten Deutschlehrern

Bei der zweitägigen Tagung im Gasthof "Drei Lilien" kamen aus der gesamten Oberpfalz Vertreter der Volkshochschulen zusammen. Zu Gast war auch der Landesvorsitzende Joachim Rattinger aus München (hinten, Dritter von rechts). Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
25.10.2015
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Die Volkshochschulen kümmern sich maßgeblich um den qualifizierten Deutschunterricht anerkannter Asylbewerber. Fast im Krisen-Modus bewältigen die Bildungseinrichtungen die immensen Herausforderungen. Bei der zweitägigen Bezirksversammlung der Volkshochschulen (VHS) in Vohenstrauß diskutierten die Verantwortlichen das Thema daher intensiv.

Etwa 1000 Asylbewerber

Der Vorsitzende der Bayerischen Volkshochschulen im Verband Oberpfalz und zugleich Leiter der VHS-Neumarkt, Richard Scheuringer, leitete die Tagung. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer berichtete von der derzeitigen Entwicklung. Derzeit sind im Landkreis Neustadt etwa 1000 Asylbewerber untergebracht. In einer Gemeinschaftsunterkunft in Waldau leben zeitweise bis zu 35 Flüchtlinge unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtung. Die Regierung nehme darauf keine Rücksicht, sagte der Rathauschef. Er verhehlte auch nicht, dass es dort immer wieder zu Spannungen unter den Bewohnern komme, die sogar einen Polizeieinsatz erforderten.

In Vohenstrauß gebe es sieben dezentrale Unterkünfte mit 60 bis 70 Asylbewerbern. Mit diesen laufe es gut, da sich viele ehrenamtliche Paten aus dem gegründeten Asylkreis um die Flüchtlinge kümmern. Als Bildungsträger müssten die Volkshochschulen diesen Menschen verstärkt Sprachkurse anbieten.

Sabine Gröpel von der VHS Cham ging auf die Situation ihrer Region ein, in der rund 950 Personen untergebracht sind. In einer Kaserne sei eine Erstverteilungsstelle geschaffen worden. Die VHS übernahm spontan ehrenamtlich geleitete Deutschkurse. Mittlerweile würden ehrenamtliche Helferkreise wie Pilze aus dem Boden schießen.

Die Volkshochschulen waren bisher nur Integrationskursträger für Migranten oder Asylberechtigte. Denn sobald ein Bleiberecht zuerkannt wurde, fallen diese Menschen dem Jobcenter zu und die geduldeten Ausländer beziehen Hartz IV. Problematisch sei, dass von 32 ankommenden Syrern 30 nicht alphabetisiert seien. Den sogenannten Alpha-plus-Kursen fehle einerseits die Kofinanzierung, andererseits bräuchte es mehr qualifizierte Kursleiter. Lehrkräfte müssten über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zugelassen werden. "Ohne geht es nicht", merkte Gröpel an. 15 Stunden pro Woche leiste ihre VHS Integrationskurse.

"Nix ist fix"

Nervig seien die täglich hereinkommenden Änderungen der Regierung, die sie einhalten müssten, nach dem Motto: "Nix ist fix." Den Volkshochschulen werde die Kompetenz zugemutet, mit qualifizierten Lehrkräften die Sprachausbildung der vielen Flüchtlinge zu leisten. Wutzlhofer lobte die Vohenstraußer VHS-Geschäftsführerin Erika Grötsch, die es geschafft habe, die Bildungseinrichtung in der Pfalzgrafenstadt aus ganz schwieriger Zeit wieder in ruhige Gewässer zu steuern.
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