Biber nagt auch an den Nerven

Die Schäden, die Biber im Garten von Adolf und Marianne Pschibl anrichten, sind immens. Zwei Buchen fielen den gefräßigen Tieren bereits zum Opfer. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
11.03.2015
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Am Biber scheiden sich die Geister. Tierliebhaber finden den gefräßigen Nager einfach putzig, außerdem gehört er zu einer artenreichen Auenlandschaft. Bei anderen sind die Tiere jedoch weit weniger beliebt. Vor allem, wenn sie im eigenen Garten Schäden anrichten

Bei Adolf und Marianne Pschibl nagt das Tier mittlerweile schon gehörig an den Nerven, denn ihr Gartengrundstück an der Haidaer Straße scheint sich zum Ballungsraum für eine Biberfamilie zu entwickeln. Auf diesen Gast würden die Pschibls gerne verzichten.

Große Buchen gefällt

"Das war der ganze Stolz meines Manns", zeigt Marianne Pschibl zum Stumpf, der als Rest eines stattlichen Baums übrig blieb. "Unvorstellbar, was diese Tiere schaffen." Das Wiesengrundstück des Ehepaars ist seit einiger Zeit vermutlich täglicher Treff für die Nager, und die Tiere leisteten in den vergangenen Wochen ganze Arbeit. Zwei größere Buchen fielen ihnen bereits zum Opfer, und bei zwei weiteren stattlichen Bäumen ist bereits die gesamte Rinde abgenagt. "Die sterben jetzt ab, wenn sie nicht die Tiere fällen", versichert die Grundstücksbesitzerin. Stück für Stück raspeln die Tiere die harten Holzteile mit ihren scharfen Zähnen heraus. "Das sind richtige Baumeister."

Einerseits wollen sich die Pschibls nicht von diesen Bibern ärgern lassen, andererseits hängen sie an ihren Bäumen. Adolf Pschibl pflanzte sie vor über 40 Jahren. "Wir haben uns immer an den Blüten erfreut, und es stecken einfach Erinnerungen darin", erzählt seine Ehefrau. Rundherum stehen Kastanien, Weiden und viele Stauden, aber ausgerechnet die Buchen schmecken den gefräßigen Tieren anscheinend ganz besonders.

Ärgern bringt nichts

Hätten sie den Schaden früher entdeckt, wäre wahrscheinlich eine Drahthose um den Baum noch eine Hilfe gewesen. Der Einwanderer schwimmt vom nahen Auffangbecken in Richtung Pschibel-Garten. Natürlich fänden viele Tierschützer den Biber schön. "Aber wir haben ihn im Garten", macht Marianne Pschibl die Situation deutlich. Ärgern wollen sich die beiden aber nicht mehr, denn das bringe nichts.

Kürzlich habe sogar jemand den vom Biber gefällten Baum über den Bach gezogen und wahrscheinlich als Brennholz mit nach Hause genommen. Der Biber ist streng geschützt, deshalb nimmt auch die Populationsdichte immer mehr zu.
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