Bläser pusten Regenwolken weg

Pleysteins Altbürgermeister Johann Walbrunn ist wohl der größte Fan der "Pleystoiner Bläser" unter Leitung von Kapellmeister Markus Schulz (links). Beim "Pleystoiner Marsch" ließ er sich nicht zweimal bitten und griff zum Mikrofon. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
24.07.2015
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Viel Glück mit dem Wetter hatten bisher die Sommerserenaden, die alle wie geplant im Stadtpark über die Bühne gingen. Am Mittwochabend setzten die Musiker aus Pleystein alles aufs Spiel.

Zu einem "Sauna-Serenaden-Abend" hieß Bürgermeister Andreas Wutzlhofer die rund 120 Zuhörer willkommen. Die schwülen Temperaturen und die aufziehenden Gewitterwolken dürften auch schuld gewesen sein, dass nicht noch mehr Besucher vorbeikamen, mutmaßte das Stadtoberhaupt. Frei nach dem Motto "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" entschlossen sich die Pleysteiner Stadtkapelle und die "Pleystoiner Bläser", zu spielen und im Falle von Regenschauern abzubrechen.

Längste Serenade

Es sollte die richtige Entscheidung sein, denn die Wolken zogen an Vohenstrauß vorbei und somit stand der längsten Serenade des Jahres mit gut eineinhalb Stunden nichts mehr im Weg. Zum zweiten Mal war der Klangkörper, der aus gut 20 Musikanten aus der Nachbarstadt besteht, heuer dabei. Kapellmeister Markus Schulz ließ keine Zweifel aufkommen, auch 2016 aufzutreten.

Altbürgermeister Johann Walbrunn brachte extra eine große Fangemeinde mit. Er war es dann auch, der nicht nur die Musiker von ihren Stühlen riss, sondern auch das Publikum. Beim "Pleystoiner Marsch" griff Walbrunn auf Bitte von Schulz spontan zum Mikrofon und sang aus voller Inbrunst den aus der Feder von Erwin Klotz stammenden Text "O du mein Pleystein, ich hab dich gern". Den tosenden Beifall nutzte der Sänger umgehend, für die am Sonntag, 26. Juli, auf dem Zimmerplatz in Pleystein anstehende Serenade "Swing trifft Blasmusik" kräftig die Werbetrommel zu rühren.

Zackig eröffnete das Ensemble mit dem Konzertmarsch "Zwei Rosen". Bereits länger im Repertoire befindet sich die Polka "In der Weinschenke". Die "Gablonzer Perlen" erinnerten an den unvergessenen Ernst Mosch, der in seinen Liedern weiterlebt. Die "Pleystoiner Bläser", die "Mit Musik die begeistert" werben, widmeten sich bei dem Auftritt vor allem der bayerisch-böhmischen Blasmusik.

"Böhmischer Traum"

Damit die Musiker auch im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein können, zog Schulz Wutzlhofers Lieblingstitel "Böhmischer Traum" vor. "Man kann ja nicht wissen", meinte der Sprecher mit Blick zu den schwarzen Wolken, die sich erneut über dem Stadtpark zusammenbrauten.

Die Egerländer Musik wurde in den populären Polkas und Märschen wie "Kmotrenka", "Fuchsgraben-Polka", "Egerländer Traum" oder "Sorgenbrecher-Polka" und dem Walzer "Abendstern" wach. Die Bläser spielten sich damit in die Herzen der Zuhörer. Trompeten, Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton, Posaune, Tuba, Klarinetten, Querflöten und Schlagzeug bildeten den homogenen Klangkörper.

Mit ihrem langen Atem pusteten die Bläser jedenfalls auch sämtliche drohenden Wolken weg und zogen das Konzert in voller Länge durch. Wutzlhofer vermutete, dass dies womöglich das letzte Konzert für das große Zuhörerklientel der Serenaden gewesen sein könnte. Denn die letzte Serenade mit den "404 Whizkidds" am Freitag, 14. August, um 18 Uhr, werde wohl eher für die Jugend sein.
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