Borkenkäfer klopft schon an

In einem Waldstück bei Böhmischbruck gegenüber des Steinbruchs wütete Orkan "Niklas" kräftig. Allerdings war das in der Region laut Forstrevierleiter Stefan Stangl (links) und Josef Maier, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß, die Ausnahme. Bild: rti
Lokales
Vohenstrauß
17.04.2015
8
0

Die Schäden, die Orkan "Niklas" in den Wäldern hinterlassen hat, arbeiten die Besitzer seit einigen Tagen auf. Für Forstrevierleiter Stefan Stangl aus Vohenstrauß sind die nächsten vier Wochen entscheidend. Ansonsten droht weiteres Ungemach.

Das momentane Wetter lässt "Niklas" langsam in Vergessenheit geraten. Allerdings hat er den Waldbesitzern einiges an Arbeit hinterlassen. Auch wenn der Förster leichte Entwarnung gibt. Denn "der Sturm war schlimm, aber die Schäden sind größtenteils noch überschaubar geblieben". In die gleiche Kerbe schlägt Josef Maier, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Eslarn-Vohenstrauß: "Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen."

Hauptsächlich "Einzelwürfe"

Stangl verweist darauf, dass der Orkan meist keine größeren Bestände niedergelegt habe, sondern eine Vielzahl von "Einzelwürfen" zur Folge hatte. Ausnahmen waren in der Vohenstraußer Gegend eine Stelle bei Böhmischbruck gegenüber dem Steinbruch und ein Waldgebiet bei Hagendorf.

Sollten etwas mehr Bäume beschädigt sein, rät der Forstbeamte, Fachleute zu holen. "Die Beseitigung von Windwurfschäden ist nichts für Laien. Da müssen Profis ran." Als Ansprechpersonen nennt er die Förster, WBV, Maschinenring und KS LandService. Stangl appelliert an alle Besitzer, ihren Wald zu kontrollieren.

Große wirtschaftliche Verluste müssen sie nicht befürchten. Der Forstbeamte geht davon aus, dass der Windwurf keine Auswirkungen auf den Holzpreis haben wird. Bei der Verwertung sollte aber darauf geachtet werden, dass Windwurf-Holz meist nur als Brennholz zu gebrauchen sei. "Der Grund ist die aufgebaute Spannung. Das wird oft unterschätzt."

Fichte begehrt

Zudem verweist der Experte auf ein weiteres Problem: "Der Borkenkäfer steht vor der Haustür." Vor allem "frische" beschädigte Fichte sei für das Insekt eine ideale Brutstätte. "Dies müssen wir nun verhindern und ihm den Nährboden entziehen." Stangl warnt aber davor, hektisch zu werden. Man wolle keinerlei zeitlichen Druck aufbauen. Denn der Borkenkäfer brauche zur Entwicklung der neuen Generation sechs bis acht Wochen. Somit seien noch rund vier Wochen Zeit. Gefährdet seien alle, "die es jetzt verschlafen, die Schäden aufzuarbeiten".

Als Vorbeugung gegen mögliche Sturmschäden nennt der Förster das Anpflanzen eines Mischwalds und das rechtzeitige Durchforsten. Dadurch könnten die Bäume ihre Wurzeln besser ausbreiten. Allerdings schränkt er auch ein: "Bei großen Stürmen wird es immer kritisch. Da ist man nie dagegen gefeit."

Zudem verweist Stangl auf die momentan hohe Waldbrandgefahr. Trotz der Regenschauer am Freitag sei es momentan sehr trocken. Vor allem Gebiete mit leichtem Sandboden und Kiefern seien immer "tendenziell gefährdet". In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass die Bürger in der Sommerhälfte (seit 1. April) grundsätzlich nicht im Wald rauchen und Feuer machen dürfen.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.