Bruno kämpft ums Überleben

Die Nacht nach der Operation hat der etwa vier Monate alte Bruno gut überstanden. Ob die Welpe letztendlich alles gut überstehen wird, zeigt sich laut Tierarzt erst in den kommenden Tagen. Bild: hfz
Lokales
Vohenstrauß
18.03.2015
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Wenn Claudia Wenzl über Bruno spricht, klingt sie traurig. Denn der ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Weidener Tierheims und Hundebetreuerin ist ein vergleichbarer Fall noch nicht untergekommen.

Als der geschätzt vier Monate alte Welpe (Schäferhund-Collie-Mischung) ins Tierheim kam, war er total entkräftet. In einem Facebook-Post, den Wenzl verfasste, schrieb sie: "Der kleine Kerl konnte nicht mal mehr aufstehen, konnte nichts zu sich nehmen, es ist ganz furchtbar, ihn so sehen zu müssen." Laut der Hundebetreuerin fand eine Frau Bruno in einem Vohenstraußer Waldstück. Weil der Hund Farbe an den Zähnen hatte, vermutete Wenzl, dass er eine solche zu sich genommen haben müsse.

Eine Socke verschluckt

Eine Röntgenaufnahme ergab jedoch, dass Bruno eine Socke verschluckt hatte und es sich nicht um Farbe, sondern um Kontrastmittel handelte. Für Wenzl lässt das nur einen Schluss zu: "Ich glaube, Bruno wurde ausgesetzt." Ob die notwendige OP für die Besitzer zu teuer war, bleibt Spekulation.

Zum gleichen Schluss kommt Dr. Siegfried Schmelcher: "Es ist offensichtlich so, dass Bruno in Behandlung gewesen sein muss." Denn ein Kontrastmittel kommt laut dem Tierarzt zum Einsatz, "wenn der Verdacht eines Darmverschlusses besteht oder ein Fremdkörper verschluckt wurde".

Schmelcher ärgert sich, dass Unbekannte den Welpen ausgesetzt hatten und bezeichnet dieses Verhalten als "Unding". Dadurch sei wertvolle Zeit verloren gegangen. Am Dienstagmorgen musste notoperiert werden. Rund 30 Zentimeter des Darms sind entfernt worden

Ob Bruno überlebt, zeige sich erst in den kommenden Tagen. Der etwa zehn bis zwölf Kilogramm schwere Hund hängt gerade an einer Infusion in Schmelchers Praxis. Wenzl kündigte an, Anzeige zu erstatten. "Ob dabei jedoch was herauskommt, ist eine andere Frage." Die 46-Jährige bittet um Hinweise unter Telefon 0961/25780: "Wer Bruno und dessen Besitzer kennt, bitte setzt euch mit uns in Verbindung." Wenzl hat aber einen Wunsch, der ihr noch mehr am Herzen liegt: "Wir hoffen so sehr, dass Bruno überlebt."
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