Bürgerversammlung in Vohenstrauß
Wiese wird zu Bauland

Lokales
Vohenstrauß
19.10.2014
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Redebeiträge gab es viele, aber nur wenige Vohenstraußer brachten bei der Bürgerversammlung konkrete Anliegen oder Probleme zur Sprache.

Und etliche Besucher tischen seit Jahren immer wieder die gleichen Themen auf. Einige gingen bis in den privaten Bereich, die besser in einem Vier-Augen-Gespräch aufgehoben gewesen wären. Nur ein konkreter Antrag war zu Beginn der Sitzung abgegeben worden. Am Ende der zweieinhalbstündigen Versammlung dankte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer der Bürgerschaft trotzdem, "weil sie konstruktiv und aktiv an der Stadtpolitik teilnimmt".

Größere Rücklagen

"Vohenstrauß ist eine lebenswerte Stadt". Unter dieses Motto stellte der Rathauschef die Bürgerversammlung und resümierte im Schnelldurchlauf die vergangenen eineinhalb Jahre. "Die Verschuldung wurde von ehemals 3,1 Millionen (2009) auf aktuell 1,7 Millionen Euro reduziert. Diese positiven Zahlen geben uns Spielraum für Investitionen. Wir können gestalten und nicht nur verwalten", freute sich Wutzlhofer.

Die Rücklagen wuchsen auf 3,1 Millionen Euro an, so dass die Stadt praktisch schuldenfrei sei. "Das ist eine beruhigende Situation, aber kein Freibrief", betonte der Bürgermeister. "Wir müssen sparsam haushalten." Die Pro-Kopf-Verschuldung liege bei etwa 250 Euro. Würden die städtischen Photovoltaikanlagen abgerechnet, sinke die Verschuldung pro Bürger auf 180 Euro.

Für den Rathauschef gab es aber auch weniger Schönes zu berichten: "Der Vandalismus in der Stadt nimmt zu." Rund 8000 Euro für Sachschäden und über 10 000 Euro für den damit zusammenhängenden Personaleinsatz blättert die Stadt pro Jahr dafür hin, informierte der Bürgermeiste im Rathaussaal die 64 Zuhörer, darunter Stadträte und Angestellte.

Einzäunungen, Fußgängerampel, Brauchwasser-Entnahmestelle, Antik-Straßenlampen aber auch Allwetter- und Volksfestplatz oder Generationenpark ziehen Rowdies an. "Am Musikpavillon wollen sich immer alle verewigen", kritisierte Wutzlhofer. Alle paar Monate müsse ein Maler die Schmierereien übertünchen. Eine Entwicklung die dem Bürgermeister große Sorgen bereitete.

In seiner gut einstündigen Rede befasste sich das Stadtoberhaupt mit der Stadtentwicklung, der Mittelschulen-Erweiterung, der Renovierung des ehemaligen Altenheims ("ein Vorzeigebeispiel des Evangelischen Hilfsvereins an der Bahnhofstraße") und ging auf Straßensanierungsmaßnahmen ein.

In Kaimling sei man auf einem guten Weg, den Schandfleck neben der Kirche, auf dem das ehemalige Rom-Anwesen stand, zu beseitigen. Weiter informierte der Bürgermeister, dass der Verkauf der Bauplätze besser laufe als gedacht. Im Baugebiet "In der Leiten" sind nur noch drei Parzellen zu haben. Um einen Engpass zu vermeiden, habe die Stadt gegenüber des Baugenossenschaftsgebiets Eglsee ein Areal erworben, das kurzfristig bebaubar sei.

In das Haus an der Fiedlbühlstraße seien zwei Flüchtlingsfamilien mit acht Personen eingezogen. "Weitere 17 Asylbewerber werden in der kommenden Woche in der Langen Gasse untergebracht", informierte der Rathauschef.

Völlig gegen den Strich geht dem Bürgermeister der angekündigte Stellenabbau bei der Polizei Vohenstrauß. Deshalb bat er alle Anwesenden, sich an der Unterschriftsaktion des Vereins "Bürger und Polizei - Partner für Sicherheit" zu beteiligen. "Ich möchte so viele Unterschriften wie möglich zusammenbekommen." Wutzlhofer will mit den Verantwortlichen noch Tacheles reden.
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