Bundeswehr schuld an Misere

"Die Bundeswehr lässt uns am langen Arm verhungern": Richard Berger bei seiner Ansprache. Bild. dob
Lokales
Vohenstrauß
12.11.2014
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Dem Kreisverband des Bayerischen Soldatenbunds 1874 gehen die Mitglieder aus. Nur ein kleines Grüppchen aus insgesamt 18 Vereinen der Region scharte sich am Sonntag in der Herbstkreisversammlung um den 2013 neugewählten Vorsitzenden Richard Berger aus Pleystein.

Kassier Max Kick aus Waldthurn machte im Gasthof "Zur Post" die Misere deutlich. Waren es 2011 noch 1075 Mitglieder, nahm die Zahl 2012 um weitere 14 Personen auf 1061 ab. Ein Jahr später waren es nur noch 1035 Männer, und heuer werde wahrscheinlich zum ersten Mal die 1000er Marke unterschritten, gab Kick bekannt.

Die Bundeswehr komme dieser radikalen Schrumpfung mit ihrer neuen Struktur und der Abschaffung der Wehrpflicht seit dem 1. Juli 2011 ohnehin nicht entgegen, führte Berger aus. Die Wehrpflicht war nach seiner Meinung eine Grundkonstante und Art Lebensversicherung für die Zukunft. "Die Bundeswehr lässt uns am langen Arm verhungern", klagte der Kreisvorsitzende. "Wenn wir nicht neue Mitglieder werben, werden wir zu den Totengräbern unseres Vereins", warnte er.

Schießsport mit Zulauf

So müsse unbedingt das Interesse bei den ins Auge gefassten Kandidaten für einen Beitritt geweckt werden. Allein mit den Schießsportgruppen - die den nötigen Zulauf haben - könne der Soldatenbund nicht am Leben erhalten werden. Berger schrieb den neugewählten BSB-Präsidenten, Oberst a. D. Richard Drexl, an und will ihn bei diesem Problem ins Boot holen. Allerdings zeichne sich auf Kreis- und Landesebene das gleiche Bild ab. Der Kreisvorsitzende bemängelte die Erreichbarkeit einiger Kameradschaften. Zeitgemäß wolle er Meldungen oder Informationen zukünftig per Mail abwickeln.

Beiträge nicht bezahlt

Großenschwand und Tännesberg hätten bisher ihre Beiträge nicht bezahlt, führte der Kreiskassier aus. Beide Vereinigungen ließen sich auch bei Versammlungen nicht blicken. Ab 2015 werde der Beitrag pro Person auf 4,30 Euro angehoben. Dies wurde bereits 2012 beschlossen. Ehrungen müssten stets rechtzeitig beantragt werden, gab Berger weiter bekannt.

Für das Kreiskriegertreffen 2015 sprach der Waidhauser Vorsitzende Franz Planner eine Einladung aus. Einstimmig fassten die Teilnehmer den Beschluss, das Kreiskriegertreffen im Rahmen der 130-Jahr-Feier von Waidhaus am 12. Juli 2014 auszurichten. Zugleich lassen die Waidhauser ihre Fahne renovieren, die anlässlich des Jubiläums gesegnet wird. Traditionell finde dann auch die Frühjahrskreisversammlung dort statt, erklärte Schriftführer Thomas Krieger. Planner erklärte sofort seine Bereitschaft. Er werde dafür im Gasthof "Alte Post" reservieren lassen, sobald der Termin feststehe.

Verärgert war die Führungsspitze, dass sich keine der Vereinigungen auf die Einladung zur Landesversammlung meldete. Bei einem Verein mit etwa 100 Mitgliedern müsse es doch möglich sein, einen Delegierten zu schicken, war Berger enttäuscht.

Beim Sammeln spitze

Kreisreservistensprecher Josef Roderer gab das Ergebnis der Kriegsgräbersammlung an Allerheiligen bekannt. Unter Federführung des Soldatenvereins sammelten die Vertreter zusammen mit den Reservistenkameradschaften auf den Friedhöfen. Insgesamt kamen 2229,67 Euro zusammen. Gegenüber dem Vorjahr wurde eine minimale Zunahme verbucht. Der Kreisvorsitzende dankte allen Sammlern für ihr Engagement.

Jürgen Niederdräing teilte mit, dass die Einnahmeentwicklung im Landesverband besorgniserregend sei, was wiederum aus den zurückgehenden Mitgliederzahlen resultiere. Der BSB verzeichne eine gravierende Deckungslücke. "Das Vermögen schmilzt wie Butter in der Sonne." Deshalb sei für 2018 eine Beitragserhöhung für alle Mitglieder geplant.

Planner nahm anschließend ausführlich zum Mitgliederschwund Stellung. Seiner Meinung nach könne man sich dieser Struktur nicht mehr entziehen. "Wir sind ein Traditionsverein und nicht dazu da, die Reservistenvereine zu unterstützen." Deshalb müssten sämtliche Anstrengungen unternommen werden, aktive Soldaten zu gewinnen, die für Frieden und Freiheit eintreten.

"Wir müssen mit der Zeit gehen", hielt Roderer allerdings dagegen und trat vehement für seine Reservistenkameradschaften ein.
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