Castro wieder fidel

Hier lässt es sich doch aushalten. Castro lässt sich den Bauch kraulen. Christian und Ramona und ihre Kinder Sarah und Felix haben den Vierbeiner bereits fest in ihr Herz geschlossen. Der Hund verträgt sich bestens mit den Katzen, Hühnern und Hasen der Familie. Bild: ck
Lokales
Vohenstrauß
02.10.2014
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Castro ist der Schatz der Familie Wehner. Vor fast drei Wochen hat der Mischlingshund bei den tierlieben Leuten in Vohenstrauß ein neues Zuhause gefunden. Damit endet für den Vierbeiner eine jahrelange Tortur, die mit seiner Geburt in Rumänien begann.

Familie Wehner liebt Tiere. Ramona, Christian und ihre Kinder Sarah und Felix kümmern sich neben ihren Hühnern, Hasen und Katzen (allesamt haben einen Namen) auch um zugelaufenes Getier. Ihr Motto lautet: "Wir nehmen alles, was keiner mehr haben will." Etliche wilde Katzen ließen sie auf eigene Kosten kastrieren. Das jüngste Familienmitglied, der etwa fünfjährige Hund Castro, hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich.

Langes Martyrium

Als Tierschützer den Husky-Collie-Mix im vergangenen Jahr in Rumänien vor einer Villa fanden, dachten sie, er hätte nur eine Verletzung am Auge. Das ganze Ausmaß der Misshandlung kam später beim Tierarzt zum Vorschein: Castro war angeschossen worden und hatte einen Schlag auf den Kopf bekommen. Er hatte offenbar bereits seit Tagen am Straßenrand gelegen. Seine Wunden eiterten stark. Der tapfere Kerl musste einige Male operiert werden. Für die Behandlungen kam die rumänische Tierschutzorganisation "Asociata Helping Animals Romania" (HAR) auf. Castro blieb lange Zeit in tierärztlicher Obhut, weil er neben den Wunden einige Erkrankungen auskurieren musste. Das Tier ließ sämtliche Therapiemaßnahmen geduldig über sich ergehen. Sein Überlebenswille war enorm. Von den Misshandlungen blieben eine Schädigung der Hornhaut und das Einschussloch im Gaumen zurück.

Geimpft und kastriert

Im Sommer landete der gesundheitlich wieder hergestellte Mischling über HAR in einer Pflegestelle in Köfering. Zu diesem Zeitpunkt war er geimpft, gechipt, kastriert und mit einem EU-Pass ausgestattet. "Pflegemutter" Steffi Wicha vom Förderverein "Treue-Pfötchen e.V" hat sich mehrere Wochen lang davon überzeugt, dass Castro für ein neues Zuhause bereit ist. Im Internet schrieb sie über ihren Schützling: "Man kann in seinen Augen sehen, wie erstaunt er ist über die Dinge, die er sieht und kennenlernt. Castro ist ein Traumhund mit einem kleinen Handicap."

Ramona Wehner sah ein Bild von Castro in einer Zeitung und verliebte sich auf der Stelle: "Ich hab es sofort gewusst, das ist unser Hund." In seiner Adoptivfamilie blüht der jetzt kurz geschorene Rüde sichtlich auf. Christian hat er besonders ins Herz geschlossen, er lässt ihn kaum aus den Augen. Inmitten der Kinder und anderen Tiere wirkt er sanft, gutmütig - und dankbar.

Ramona ist von Castros Charakter begeistert: "Er verträgt sich super mit allen." Der neue Spielkamerad war von Anfang an stubenrein und verspürt offenbar keinen Drang, die Wohnung umzugestalten.

In der kommenden Woche nimmt Castro seine vorerst letzte OP in Angriff. Ärzte der Nürnberger Tierklinik werden versuchen, das Einschussloch in seinem Gaumen zu schließen. Die Kosten in Höhe von rund 1500 Euro übernimmt der Tierschutz.

Dann steht einem hoffentlich langen Hundeleben nichts mehr im Wege. Die sechsjährige Sarah weiß es genau: "Castro ist der coolste Hund in der Siedlung. Er ist 100 Jahre lang mein Freund."
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