Chefzimmer wird zur Festung

Doktor Johann Andreas Eisenbarth (links) reichte den OWV-Wimpel von Oberviechtach nach Vohenstrauß weiter. Ein Jahr lang bleibt er nun gut bewacht im Bürgermeisterzimmer von Andreas Wutzlhofer (rechts), bevor er 2016 nach Floß getragen wird. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
31.05.2015
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Doktor Johann Andreas Eisenbarth starb zwar schon vor 288 Jahren. Bei der Wimpel-Übergabe des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) am Samstag spielte der Wunderarzt dennoch eine große Rolle.

"Ich bin der Doktor Eisenbarth, widewidewitt, bumm, bumm. Kurier die Leut' auf meine Art, widewidewitt, bumm, bumm. Kann machen, dass die Blinden gehen und dass die Lahmen wieder sehen", sang Klaus Habl als Doktor Eisenbarth vor dem Rathaus. Er begrüßte die versammelten "hochlöblichen Damen und edlen Herren", nachdem die Vohenstraußer Blasmusik unter Leitung von Johannes Gruber die Delegation von der Stadthalle aus über die Friedrichstraße musikalisch zum Rathaus geführt hatte.

Schwerer Wimpel

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer als Ausrichter der 86. Hauptversammlung hieß dort mit dem Hauptvereins-Vorsitzenden des OWV, Armin Meßner, und dem Zweigvereins-Chef Erwin Scholz die Wimpel-Gruppen-Abordnung aus Oberviechtach willkommen. Immerhin 86 Stationen habe der Wimpel schon hinter sich gebracht und damit viele tausend Kilometer, informierte Meßner. Von Jahr zu Jahr werde der Wimpel durch das immer neu angeknüpfte Band schwerer.

Der Oberviechtacher Vorsitzende Günther Flierl schleppte ohnehin schon schwer genug, denn er brachte als Gastgeschenk einen reich bepackten Korb mit Spezialitäten aus seinem Heimatort mit, darunter das wohltuende Eisenbarth-Elixier. Stellvertretende Bürgermeisterin Christa Zapf aus Oberviechtach hob den hohen Stellenwert des OWV in ihrer Heimatstadt hervor, der unbezahlbare und unverzichtbare Leistungen für die Allgemeinheit vollbringe.

Der Wimpel, so verlangt es das Brauchtum, muss während der Wanderung von einem Veranstaltungsort zum nächsten stets getragen werden und darf keinesfalls mit einem Fahrzeug transportiert werden. Außergewöhnlich lange durften ihn die Oberviechtacher beherbergen, denn sie brauchten ihn erst nach zwei Jahren wieder hergeben. Nun werde er für ein Jahr im Bürgermeisterzimmer bewacht, versprach Wutzlhofer.

Zukünftig dürfte der Raum nur mehr mit einem Visum betreten werden, damit man beim Abhandenkommen des Wimpels genau nachvollziehen könne, wer im Chefzimmer gewesen sei, versicherte das Stadtoberhaupt mit einem Augenzwinkern. Im nächsten Jahr werde der Wimpel von den Vohenstraußern in den nächsten Austragungsort der Hauptvereinsversammlung nach Floß getragen.

Mit Weißbier aus der kleinsten Weißbierbrauerei Bayerns, einem Behringer, stießen die Teilnehmer auf das gute Gelingen der Veranstaltung an. Gegenseitig wurden anschließend Geschenke ausgetauscht, bevor im Vereinsheim "Alte Apotheke" ein geselliges Beisammensein folgte.
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