"Das war der Wahnsinn"

Der Aktionstag "Styling gegen Krebs" im Friseursalon Günther Schönberger spülte in vier Stunden 10 418,76 Euro in die Kasse. Darüber freuten sich Initiator Günther Schönberger (vorne, Mitte) und Herbert Putzer, Vorsitzender des Vereins Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord (vorne, Zweiter von links). Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
11.12.2014
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Ungewöhnlich die Art, wie die Spenden für krebskranke Kinder gesammelt werden, und ungewöhnlich groß der Erfolg: Die Aktion macht Schlagzeilen über den Altlandkreis hinaus.

Was für ein Friseurtermin: Selbst Bürgermeister Andreas Wutzlhofer griff im Salon Schönberger zur Schere und legte Hand an seinen Leuchtenberger Kollegen Anton Kappl Hand. Die Benefiz-Haar-Aktion "Styling gegen Krebs" wurde auch heuer mit gewaschenen Köpfen und schicken Frisuren zur Hoffnung krebskranker Kinder. Zufriedene Kunden für einen guten Zweck, da macht die Arbeit doppelt Spaß. Zum siebten Mal ging die Aktion über die Bühne. Sie spülte diesmal die sagenhafte Summe von 10 418,76 Euro in die Kasse. Friseurmeister Günther Schönberger und der Vorsitzende der Kinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord, Herbert Putzer, waren regelrecht baff. "Da verschlägt es uns die Sprache." Wiederholt war es gelungen, das Ergebnis zu steigern. "Es ist unbeschreiblich, wie sich alle an diesem Tag engagieren", freute sich Schönberger, der Spender und Helfer lobte. "Immer mehr Sponsoren springen auf diesen beispiellosen Hilfszug auf", sagte der Friseurmeister bei der Geldübergabe. "Das war wieder der Wahnsinn."

Bis jetzt fast 35 000 Euro

Die Aktion brachte bisher 34 356,45 Euro für die Hilfsorganisation ein. "Dass eine so mächtige Summe zusammenkommt, damit habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Damit wurden alle Erwartungen bei weitem übertroffen", sagte der Macher. "Mir fehlen die Worte", gestand ein gerührter Vorsitzender. "Jedes einzelne Schicksal der 101 Familien, die seit 10 Jahren von der Kinderkrebshilfe betreut werden, löst eine Welle der Solidarität aus."

Wie immens wertvoll dieses soziale Gemeinschafts-Netzwerk für die Schwerstkranken ist, zeigte Putzer bei der Scheckübergabe anhand des herzergreifenden Beispiels einer betroffenen Familie auf, deren vierjähriger Sohn im Februar dieses Jahres die furchtbare Diagnose Leukämie erhielt. Die Eltern stammen aus dem Osten und haben hier keine Angehörige, die sie unterstützen könnten. Schock, Stress und Organisationsprobleme seien das eine, erst später werde meist das ganze Ausmaß der Krankheit erfasst. Der Vater, der in einem großen Konzern arbeitete, bleibt seither bei seinem Buben in der Klinik in Regensburg, die Mutter kümmert sich zu Hause um das jüngere Geschwisterkind und muss die Putzstelle aufgeben. Die vielen Fahrten in die Bezirkshauptstadt kosten einiges. "Das Geld fehlt hinten und vorne." 79 Chemotherapien musste der kleine Bub in den vergangenen Monaten über sich ergehen lassen. 20 stehen noch bevor. Es ist der schwerste und härteste Kampf. "Kann man da einem Kind einen Wunsch abschlagen, das dir weinend im Krankenbett gegenübersitzt", fragte Putzer, der dem Jungen, wie vielen anderen, an Weihnachten eine besondere Freude bereiten wird.

Kette helfender Hände

Schönberger habe mit seinem Team eine "Kette der helfenden Hände" geschaffen. Das Geld komme zu Hundert Prozent bei den Kranken an. "Vohenstrauß zeigte erneut ein Herz für Kinder." Es sei ein unglaubliches Gefühl, auf eine solche Hilfsbereitschaft zu stoßen und Gehör zu finden, erklärte Putzer.
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