Den Alltag entschleunigen

Für die Patienten der BRK-Hauskrankenpflege gab es bei der adventlichen Feier nicht nur Nikolausüberraschungen. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
11.12.2015
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Das Rotkreuzhaus war bei der Adventsfeier der BRK-Hauskrankenpflege fast zu klein, so viele Patienten wollten dabei sein. Kreisgeschäftsführer Direktor Franz Rath ging auf die zusätzliche Aufgabe der Flüchtlingsbetreuung ein, der sich der Verband stelle.

"Niemand sucht sich das Land seiner Geburt aus und liebt doch das Land, wo man geboren wurde. Man sucht sich die Zeit nicht aus, in der man die Welt betritt, aber muss Spuren in seiner Zeit hinterlassen." Seiner Verantwortung könne sich niemand entziehen, sagte Rath.

Mit welchen Gefühlen und Erwartungen die Patienten zur Feier kamen, wusste der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl nicht. Kerzenglanz und Stollen beherrschten die Bilder solcher Adventsfeiern, die jeder in sich trage. Allein die Wirklichkeit schaue oft anders aus. Das sollte nachdenklich machen. Ein Blick in die Bibel könne dabei helfen. Die Hirten von damals waren im gesellschaftlichen Gefüge nicht besonders angesehen. "Was hat sich der Herrgott dabei gedacht?"

Advent sei eigentlich eine Vorbereitungs- und Bußzeit. Junge Leute scherten sich heute nicht mehr viel, wenn es wie früher heiße: "Kathrein stellt den Tanz ein." Advent und Weihnachten hätten einen anderen Klang. Trotz all den Gebrechen bei Krankheit und Sorgen wünschte er den Senioren eine besinnliche Advents- und Weihnachtsfreude.

Zusammenkommen und sich in Gemeinschaft üben bei den vielen Feiern, die anstehen, ohne darin Adventsstress zu spüren, war Dekan Alexander Hösl wichtig. Vielmehr könne man daraus viel Positives mitnehmen. Während des Jahres sei dafür oft keine Zeit. Der Kommerz mit Weihnachten laufe allerdings auf einer anderen Schiene, merkte der Geistliche an. Adventsfeiern könnten eine Entschleunigung bringen.

Mit der Geschichte "Kleine Sterne der Liebe" beschenkte der Dekan die Männer und Frauen, verbunden mit dem Wunsch, dass auch über ihrem Leben ein kleines Sternchen aufleuchten möge, und sei es durch die Rotkreuzschwestern, die sie im Alltag betreuen. Im kommenden Jahr sollten die Patienten wieder Gottes Geleit spüren dürfen.

Martha Grünauer, Lina Schuller-Wüst und Tobias Müllner trugen Weihnachtsgedichte vor. Dann kündigte sich der Nikolaus (Dr. Rudolf Poschenrieder) an: "Gerne bin ich zu euch gekommen, denn ich hab' im Himmel die Nachricht vernommen, hier im schönen Vohenstrauß sind seit Jahrzehnten die BRK-Schwestern zu Haus." Außerdem verteilte er kleine Geschenke an die Patienten. Mit der Geschichte "Sie hat mir der Himmel geschickt", beendete Rath die Feier.
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