Der Plan für eine gute Zukunft

Sie wollen das beste Konzept für eine zukunftsfähige Stadt erarbeiten: Architekt Urban Meiller, die Diplom-Geographen Reinhard Hutzelmann und Tobias Hofmann sowie Ernst Zobel von der Stadtbau Amberg (vorne, von rechts). Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Stadtkämmerer Rainer Dötsch treiben das ISEK vor. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
30.06.2015
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Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Stadt ist bereits in vollem Gange. Nun waren die Bürger zu einer Informations- und Ideenwerkstatt in die Stadthalle eingeladen. Hierbei kam so einiges an Handlungsbedarf und Chancen für die zukünftige Entwicklung des Orts auf den Tisch.

Die Stadt zeigt zwar eine relativ stabile Einwohnerentwicklung, aber der Anteil jüngerer Menschen schrumpft und die der älteren Generationen wächst deutlich. Bereits jetzt bestehen in Vohenstrauß 189 Wohngebäude, deren Bewohner alle über 70 Jahre alt sind. In den betroffenen Stadträumen stehe dem Risiko eines schleichenden Attraktivitätsverlustes die Chance einer sukzessiven Verjüngung und sozialen Durchmischung durch den Verkauf an junge Familien gegenüber.

Enttäuschende Resonanz

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer hieß die Teilnehmer willkommen. Mit rund 35 Personen war die Resonanz enttäuschend. Die Stadt sei von der Regierung der Oberpfalz aufgefordert worden, ein ISEK erstellen zu lassen, das unter anderem Voraussetzung für den Erhalt von staatlichen Fördergeldern ist. Mit der Konzepterstellung wurden die Büros "Geo-Plan" aus Bayreuth und "em.Architekten" aus Amberg beauftragt.

Diplom-Geograph Reinhard Hutzelmann vom Büro "Geo-Plan" ging auf den Planungsprozess näher ein. Dazu zähle vor allem die Einbindung der Bürgerschaft in die Konzepterstellung. Bereits vorab wurden deswegen umfangreiche Bestandserhebungen, eine schriftliche Haushalts- und Einzelhandelsbefragung, eine Postleitzahlenerhebung von Kunden in ausgewählten Geschäften sowie telefonische Interviews in regionalen Gemeinden vorgenommen. Um diese Erkenntnisse zu vertiefen, sollten die Bürger in der Veranstaltung zuerst informiert und dann deren Einschätzungen zu unterschiedlichsten Themenfeldern abgefragt werden. Zudem sind am 18. Juli noch eine Bereisung der Ortsteile sowie eine weitere öffentliche Werkstatt nach der Sommerpause geplant.

Urban Meiller vom Büro "em.Architekten" zeigte auf, welche Zielsetzungen mit den bisherigen Förderprogrammen in Vohenstrauß verfolgt wurde und welche Stadtbereiche dabei untersucht wurden. Räumliche Handlungsschwerpunkte seien das Mischgebiet nördlich der Altstadt, das Bahnhofsareal, das Sanierungsgebiet Altstadt sowie die Friedrichsburg.

Stabile Einwohnerzahlen

Tobias Hofmann vom Büro "Geo-Plan" erklärte, welche konkreten Auswirkungen der demografische Wandel auf Vohenstrauß habe. Demnach zeigt die Stadt zwar eine relativ stabile Einwohnerentwicklung, aber die Anteile jüngerer Menschen schrumpfen und die der älteren Generationen wachsen deutlich. Der Lichtblick: Bürgermeister als auch die Teilnehmer bestätigten, dass ältere Einfamilienhäuser derzeit einen raschen Absatz auf dem Immobilienmarkt finden.

Ludwig Beierl wollte wissen, ob man eine Aussage darüber treffen könne, inwieweit leerstehende Wohnhäuser wieder bezogen werden oder wie lange diese zum Verkauf angeboten werden müssen. Dass Wohnraum innerhalb der Stadt stark nachgefragt werde, bestätigte ebenso Ludwig Fuchs. Die Bürger fragten nach, wie sich der Internethandel auf den Einzelhandel vor Ort auswirke und wie das Verhältnis der Zahl der beruflichen Ein- und Auspendler sei. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt stelle sich nach Meinung der Experten positiv dar. So sei die Anzahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Lage an der Autobahn A 6 begründe einen positiven Standortfaktor, hieß es.
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