Deutliche Worte vom Vorsitzenden
Bauchtänzerinnen als Lockmittel

Adolf Danzer (rechts) und Gerda Münchmeier (Mitte) sind die neuen Ehrenmitglieder des Bürgervereins. Johann Kunz aus Böhmischbruck (links) wurde für 25 Jahre Treue zum Bürgerverein ausgezeichnet. Vorsitzender Dr. Volker Wappmann (Zweiter von rechts) und stellvertretender Bürgermeister Uli Münchmeier (Zweiter von links) gratulierten. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
16.03.2015
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Deutliche Worte fand Vorsitzender Dr. Volker Wappmann bei der Versammlung des Bürgervereins 1887 Vohenstrauß. Dabei verwies er auch auf verschiedene Forderungen von Mitgliedern.

Der Bürgerverein hat seit Donnerstag zwei Mitglieder mehr. Adolf Danzer und Gerda Münchmeier wurden in der Mitgliederversammlung im Gasthof "Zur Post" von Vorsitzendem Dr. Volker Wappmann in den Ehrenstand erhoben und für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet.

Gerda Münchmeier war eine Frau, die den Bürgerverein 1978 wieder auf die Füße verhalf, und die Gemeinschaft wieder mit belebte. Ihre helfenden Hände waren immer gefragt. Adolf Danzers Steckenpferd dagegen war die Penzachhütte, die er mit seinen Helfern in unzähligen Stunden zu einem wahren Schmuckstück wandelte.

Derzeit hat der Verein 334 Mitglieder. Zwei neue stehen neun Verstorbenen gegenüber, darunter Ehrenmitglied Michael Grießl. Acht Personen sind aus dem Bürgerverein ausgetreten, informierte Schriftführer Norbert Schwartz. Gerhard Schriml legte einen zufriedenstellenden Kassenbericht vor, der den Anwesenden das stolze Finanzpolster vor Augen führte. Auch spendeten die Mitglieder an die Aktion "Anja will leben".

Als Gerüst des Bürgervereins bezeichnete Dr. Wappmann die wöchentlichen Gesellschaftstage am Donnerstag. Die Abende waren in den einzelnen Gaststätten im Zentrum der Stadt jeweils gut besucht. Miserabel sei dagegen der Besuch der Gesellschaftsabende auf dem Land. "Die glorreichen Zeiten auf der Plattenalm sind längst Geschichte." Die Besuchszahlen schwankten zwischen 10 und 30 Gästen. "Zweimal waren wir auch nur zu dritt."

Manches Mitglied sei der Meinung, man solle als Anreiz einen Vortrag anbieten, Bauchtänzerinnen engagieren oder Spiele veranstalten. Der Gesellschaftsabend habe eine große Tradition. "Wie andere Geselligkeitsvereine leiden auch wir unter völlig anderen Formen der Freizeitgestaltung. Die Jugend chattet oder twittert. Andere sitzen am Wirtshaustisch und spielen mit dem Handy. Das gute alte Wirtshaus leidet", kritisierte Dr. Wappmann.

In der Lausitz unterwegs

Der Vorsitzende dankte Max Münchmeier für die Überlassung des "Hörl-Schmied" beim großen Stadtfest und Renate Kirner und Willi Führnrohr für das Gäste-Engagement. Die mehrtägige Vereinsfahrt führte in die Ober- und Niederlausitz. Einfach schade, fand der Redner die geringe Beteiligung an der Zoiglfahrt zum "Roten Ochsen" nach Falkenberg. Doch an diesem Tag fand die Nacht der Lichter in Vohenstrauß statt.

Der Bürgerverein bereichere enorm das gesellschaftliche Leben, lobte zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier. Über die Entwicklung der Kommune gebe es viel Positives zu berichten, aber die Gesellschaft wandle sich. Schichtarbeit, Fortbildungsmaßnahmen oder Berufspendeln wirkten sich zudem nicht unbedingt positiv auf das Ehrenamt aus. "Die Vereine buhlen um die Personen, die sich engagieren. Deshalb gilt es, Strukturen und Angebote zu schaffen, die sich den geänderten Gegebenheiten anpassen, ohne dass Tradition, Brauchtum, Geschichte und die Werte verloren gehen."
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